Das französische Flugzeug-Modifikationsunternehmen Kepplair Evolution aus Toulouse hat einen Rüstsatz entwickelt, um ATR-Regionalflugzeuge zu Löschflugzeugen umzubauen. Die modifizierten Flugzeuge werden mit dem KEDS-System ausgerüstet. Das Abwurfsystem wurde vom Toulouse Institute of Fluid Mechanics (IMFT) und Trotter Controls aus Haltom City im US-Bundesstaat Texas entwickelt und fasst 7.500 Liter Wasser beziehungsweise Löschmittel. Die umgerüsteten Flugzeugen werden den Namen Kepplair 72 tragen und können auch als Transportflugzeuge oder als Ambulanzflugzeuge genutzt werden..
Nun hat Kepplair Evolution die erste ATR 72, die umgebaut werden soll, in Empfang genommen. Das Flugzeug trägt das französische Testkennzeichen F-WTBM und stand zuvor bei einer Frachtfluggesellschaft in Afrika im Dienst. Ende August absolvierte Eric Delesalle – der Leiter der Flugerprobung des Programms sowie ehemaliger Chefpilot und Testpilot bei ATR – gemeinsam mit Axel Valat, Testpilot bei Aerotec & Concept, einen ersten Flug vor der Modifikation durch. Am 1. September startete es zu einem zweiten Flug, auf dem ebenfalls Daten des Flugzeugs gesammelt wurden. Danach wurde die ATR 72 stillgelegt, um mit den Arbeiten für die Modifikation zu beginnen.
Die Umbauarbeiten sollen relativ schnell abgeschlossen sein, so dass nach umfangreichen Bodentests auch die Flugerprobung des modifizierten Flugzeugs beginnen kann. Angestrebt wird, die erste Kepplair 72 schon im Januar 2027 wieder zu fliegen. Ziel von Kepplair Evolution ist es, im Jahr 2027 die EASA-Zulassung zu erhalten, um eine sofortige Inbetriebnahme zu ermöglichen.
Volker K. Thomalla
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