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skyhub PAD stellt im Juni den Flugbetrieb ein

Das Experiment war nicht ohne Risiko und hätte ohne die hohen Treibstoffpreise durch den Iran-Krieg sogar gelingen können. Doch blieben die Passagierzahlen jetzt unter den Erwartungen, so dass die Initiative skyhub PAD jetzt den Stecker ziehen muss. Zum 10. Juni wird der Flugbetrieb eingestellt.

27.05.2026

Nach nur neun Monaten Flugbetrieb durch die Initiative skyhub PAD muss die Strecken PAD – MUC wieder eingestellt werden. © Flughafen Paderborn / Lippstadt

Nachdem sich die Lufthansa immer stärker aus der Fläche zurückgezogen hat und Ende Mai 2025 unter anderem die Strecke von München zum Flughafen Paderborn/Lippstadt (PAD) eingestellt hatte, gründete sich in Paderborn die Initiative skyhub PAD. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, die Strecke München – PAD aufrecht zu erhalten, immerhin hatten sie rund 120.000 Passagiere pro Jahr genutzt.

36 Unternehmen und Privatpersonen aus der Region Ostwestfalen hatten im April eine Rahmenvereinbarung mit der dänischen Fluggesellschaft DAT unterschrieben, die im Auftrag von skyhub PAD die Strecke befliegen sollte. Im September des vergangenen Jahres nahm die DAT dann die Flugverbindung mit einer ATR auf. Parallel dazu wuchs die Zahl der Gesellschafter der Initiative auf 103.

Erst in diesem Monat hatte skyhub PAD GmbH & Co. KG ihre Management durch den erfahrenen Airline- und Airport-Manager Michael Garvens als CCO (ChiefCommerical Officer) verstärkt. Nun kommt das überraschende Aus. Zum 10. Juni 2026 wird der Flugbetrieb eingestellt.

Christoph Plass, der Vorsitzende des Beirats der skyhub PAD und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, sagte: „Dieser unausweichliche Schritt ist sehr bitter für Ostwestfalen-Lippe, die angrenzenden Regionen und für ganz Deutschland. Wir haben alles versucht, um die Flugverbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München zu erhalten. Hervorheben möchte ich vor allem das beeindruckende Engagement vieler Unternehmerinnen und Unternehmer sowie des ganzen Teams, die neben dem Kapital auch unheimlich viel Herzblut investiert haben.“

Das Geschäftsmodell trägt sich nicht

Die Initiative begründete die Einstellung mit der Erkenntnis, dass sich das Geschäftsmodell von skyhub PAD für den innerdeutschen Flugverkehr nicht trage. Auch durch den Iran-Krieg und eine signifikante Erhöhung der Kerosinpreise hätten sich die Kosten ungünstig entwickelt. Hinzu sei gekommen, dass die Buchungszahlen noch nicht die gewünschten Größenordnungen erreicht hätten. Die finanzielle Entwicklung mache daher die Einstellung des Flugbetriebs erforderlich, so das Unternehmen.

Für die Flughafengesellschaft ist die Einstellung des Flugbetriebs ein Rückschlag, denn die Verbindung mit dem Lufthansa-Drehkreuz in München ist für die Region von hoher Bedeutung. Die Bahn benötigt für die Strecke von Paderborn zum Flughafen München durchschnittlich sechseinhalb Stunden, so dass Reisende mit Umsteigeverbindungen künftig wohl nähere Hub-Airports nutzen werden.

Die Passagierzahlen am Flughafen PAD haben sich aber unabhängig von der München-Verbindung positiv entwickelt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH, Landrat Christoph Rüther und der PAD-Geschäftsführer Roland Hüser gaben folgende Stellungnahme ab: „Es ist sehr schade, dass die deutschlandweit einmalige Fluginitiative skyhub PAD in Kürze den Betrieb einstellen muss. Alle Beteiligten und insbesondere die 103 Gesellschafter haben mit großartigem Engagement und viel Herzblut daran gearbeitet, die Flugverbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München aufrechtzuerhalten. Leider ist dieses Unterfangen aufgrund der aktuell zu hohen Kostenbelastung nicht gelungen“.

Volker K. Thomalla

 

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