Homepage » Luftverkehr » A380, 747-400 und A340 haben bei der Lufthansa keine Zukunft mehr

Die Lufthansa Group wird ihre Flotte konsequent auf moderne und effiziente Muster ausrichten. Die Planungen für die neue Normalität nach der Coronakrise sehen die Ausflottung von nicht weniger als acht Flugzeugtypen der Langstreckenflotte der Airlines der Lufthansa Group vor. Darunter fallen auch der Airbus A380, der Airbus A340-600 und die Boeing 747-400.

5.03.2021

Der Airbus A380 überlebt auch bei der Lufthansa – wie auch bei einigen anderen Airlines – die Coronakrise nicht. © V. K. Thomalla

Auf der Jahrespressekonferenz der Lufthansa präsentierte Carsten Spohr, der Vorstandsvositzende der Lufthansa Group, nicht nur das schlechteste Jahresergebnis in der Geschichte des Unternehmens, er stellte auch die Flottenplanung für den Konzern für die Zeit nach der Krise vor. Aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise setzt die Airline-Gruppe noch stärker als bisher auf Effizienz und Nachhaltigkeit, denn auch im Luftverkehr gehen Ökonomie und Ökologie häufig Hand in Hand: Treibstoff, den ein Flugzeug nicht verbraucht, muss man nicht bezahlen. Spohr sagte: „Aktuell setzen wir ausschließlich unsere neuesten und modernsten Flugzeuge ein.“

Dickschiffe ohne Zukunft bei der LH

Spohr verkündete das Aus für acht Muster der Langstreckenflotte der Airlines der Lufthansa Group. Er sagte: „Trotz der schwierigen Finanzlage mit unserer Rekord-hohen Verschuldung investieren wir weiter in neue Flugzeuge. Gleichzeitig legen wir weniger effiziemte Flugzeuge konsequent still. Allein im vergangenen Jahr haben wir die Ausflottung von 115 Flugzeugen beschlossen. Wir überprüfen, alle Flugzeuge, die älter sind als 25 Jahre, nicht mehr zurück in den Dienst zu nehmen.“

Man werde acht Flugzeugtypen weniger auf der Langstrecke im Einsatz haben als vor der Krise. Der Anteil der vierstrahligen Flugzeuge werde auf unter 15 Prozent sinken. Von der Stilllegung betroffen sind die MD-11F der Lufthansa Cargo – deren Ausflottung war aber schon vor der Coronakrise beschlossen –, der Airbus A380 und die Boeing 747-400 der Lufthansa Airlines. Auch die 777-200 der Austrian Airlines werden nach der Coronakrise nicht wieder in Betrieb gehen. Ebenfalls keine Zukunft bei der Lufthansa Group haben die Airbus A340-600, die die Lufthansa nach Abschluss der Rückholflüge von gestrandeten Urlaubern zu Beginn der Krise in Spanien geparkt hat. Weitere Typen, die nicht mehr für eine Airline der Lufthansa Group starten werden, sind der Airbus A340-300, Airbus A330-200 und die Boeing 767-300.

Die Lufthansa verkleinert sich

Damit werden die Airlines der Lufthansa Group nach der Coronakrise noch folgende Muster auf der Langstrecke nutzen: Boeing 747-8I, Boeing 777-300ER, Boeing 777-9, Airbus A350-900, Boeing 787-9, Airbus A330-300 und Boeing 777F.

Spohr sagte dazu: „In einem New Normal nach Corona werden wir eine deutlich modernisierte Flotte haben und ein deutlich fokussierteres Portfolio. Die Lufthansa Group wird digitaler, schlanker und kosteneffizienter.“

Obwohl die Airline von einem deutlichen Anstieg der Buchung ab diesem Sommer ausgeht, rechnen die Verantwortlichen nicht mit einer schnellen Erholung. Spohr sagte: „Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 24 wieder 90 Prozent der Vorkrisenkapazität erreichen können.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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