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Der Bund hat seine Lufthansa-Anteile wieder verkauft – mit Gewinn

Die Kritik an der Unterstützung der Lufthansa durch die Bundesregierung während der Coronakrise war nicht gerade leise. Nun hat der Bund seine letzten Anteile an der Fluggesellschaft deutlich schneller als ursprünglich vorgesehen wieder verkauft und dabei einen beachtlichen Gewinn erzielt.

14.09.2022

Durch die Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie war die Lufthansa im Sommer 2020 in existenzielle Probleme geraten. © Volker K. Thomalla

Während der Coronakrise ist der deutsche Staat bei der Lufthansa eingestiegen, um die damals in existenzielle Nöte geratene Fluggesellschaft zu retten. Insgesamt standen 9,0 Milliarden Euro in verschiedenen Finanzierungswerkzeugen zur Verfügung. Diese wurden jedoch nicht voller Höhe genutzt. Trotzdem riss die Kritik an der staatlichen Unterstützung des Unternehmens nicht ab.

Die direkten Kredite in Höhe von 3,0 Milliarden Euro von der staatlichen KfW-Bank hatte die Lufthansa schon nach wenigen Monaten ablösen können, da die Bedingungen für Kredite am Kapitalmarkt mittelfristig attraktiver waren als die mit der KfW vereinbarten Konditionen. Außerdem hatte sich die Bundesrepublik Deutschland mit einer Aktienbeteiligung in Höhe von 20 Prozent an der Lufthansa AG beteiligt. Der deutsche Wirtschaftsstabiliserungssfonds hatte die Aktien der Fluggesellschaft seinerzeit für 2,56 Euro pro Anteilsschein erworben.

760 Millionen Euro Gewinn

Ende Juli dieses Jahres veräußerte der Wirtschaftbeteiligungsfonds ein erstes Aktienpaket, wodurch der Anteil des Bundes an der Lufthansa auf unter 10 Prozent sank. Zu diesem Zeitpunkt kündigte die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH als die für das Schuldenmanagement des Bundes zuständige Gesellschaft an, die verbliebenen Anteile an der Lufthansa bis spätestens Oktober 2023 verkaufen zu wollen.

Dieser Verkauf geschah nun deutlich schneller und wurde gestern Abend abgeschlossen. Der Aktienkurs lag gestern zu Börsenschluss bei 6,32 Euro. Die Hilfe des Bundes hat sich für den Staat gelohnt, denn er hat die Aktien zu einem weit höheren Preis verkauft als er sie gekauft hat. Nach Angaben der Finanzagentur betrug der Erlös durch die Aktienverkäufe annähernd 1,07 Milliarden Euro. Damit erzielte der Wirtschaftstabilisierungsfond einen Gewinn in Höhe von 760 Millionen Euro.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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