Homepage » Luftverkehr » Der letzte Linienflug von Berlin-Tegel ist gestartet

Der letzte Linienflug von Berlin-Tegel ist gestartet

Der letzte Linienflug ist vom Berliner Flughafen Tegel aus gestartet. Gestern gingen nach 60 Jahren zivilem Luftverkehr vom TXL aus die Lichter des Airports aus. 2019 hatten über 24 Millionen Passagiere den Airport genutzt, eine Zahl, die noch vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte.

9.11.2020

Die Feuerwehr und Flughafenpersonal verabschiedete den letzten Linienflug, der Berlin-Tegel verließ. © Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Um 15.38 Uhr gab die Fluglotsin Almuth Rehbein der Crew des Airbus A320 der Air France, die den Single Aisle Jet unter der Flugnummer AF12PP nach Paris Charles de Gaulle flog, die letzte Startfreigabe: „Air France One Two Papa Papa, TXL4EVR, Cleared for Take-off.“ Dann schob der Kapitän der F-GKXP die Gashebel nach vorn, der Airbus beschleunigte auf der Piste 08L und stieg in den wolkenlosen Himmel über Berlin. Über Ahrensfelde beschrieb das Flugzeug eine langgezogene Kurve und drehte in Richtung Westen ab. Die Passagiere an Bord kamen so noch in den Genuss eines tollen Blickes auf Berlin. Damit war der letzte Linienflug vom Flughafen Berlin-Tegel gestartet, ab sofort finden alle Linienflüge der Hauptstadt nur noch auf dem am 31. Oktober 2020 eröffneten Flughafen BER statt.

#DankeTXL

Am Vortag hatte sich bereits die Lufthansa mit einem Sonderflug von Tegel nach München verabschiedet. Sie hatte auf diesem Flug einen Airbus A350-900 eingesetzt, da die Nachfrage nach diesem Sonderflug so groß war.

Viele Berliner hatten in den letzten Tagen die Gelegenheit genutzt, noch einmal Flugbetrieb in Tegel zu sehen. Lange Reihen von Besuchern säumten während des letzten Starts den Busbahnhof des innerstädtischen Airports. Aufgrund der Coronabeschränkungen fand die offizielle Abschiedszeremonie allerdings im kleinen Kreis statt. Dort sagte Engelbert Lütke Daldrup, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Heute, am 8. November 2020, endete ein besonderes Kapitel in der Verkehrsgeschichte der Hauptstadtregion. Von den Anfängen der Fliegerei bis zum Massentourismus per Flugzeug: alles hat in Tegel stattgefunden. Möglich gemacht haben das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flughafengesellschaft und Ihrer Partner am Flughafen. Sie haben Außergewöhnliches geleistet und den Flughafen unvergesslich gemacht. Die Architekturikone war für die Berliner jahrzehntelang das Tor zur Welt. Deshalb gab es keinen passenderen Abschied für Tegel als einem Flug der Air France.“

Die französische Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, sagte: „Der Flughafen Tegel ist Teil der gemeinsamen Geschichte, welche die Stadt Berlin und Frankreich verbindet. Dass der letzte Flug, der heute um 15 Uhr in Tegel starten wird, nach Paris geht, verdeutlicht diese innige Verbundenheit.“

Die finale Countdown läuft für Tegel

Nun läuft der finale Countdown für den Airport, der über Jahrzehnte für viele Berliner das Tor zur Welt darstelle. Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung wird mit ihren Hubschraubern noch für ein wenig Flugbetrieb sorgen, aber am 5. Mai 2021 erlischt die Betriebspflicht für den Airport. Dann verfügt die deutsche Hauptstadt auch juristisch gesehen nur noch über einen einzigen Flughafen. Auf dem Flughafengelände will der Berliner Senat einen Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien, Wohnungen und Grünflächen einrichten. Das Terminalgebäude darf nicht abgerissen werden, es steht seit 2019 unter Denkmalschutz.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

BER-Eröffnung: Wie sich die DFS darauf vorbereitet hat

Lufthansa fliegt ihren letzten Flug ab TXL mit einem Airbus A350 XWB

BER eröffnet: Die unendliche Geschichte hat ein Ende gefunden

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.