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Die ATR 42-600 STOL ist heute zum ersten Mal geflogen

ATR Aircraft hat heute den Jungfernflug der neuesten ATR-Version, der ATR 42-600S, gefeiert. Die neue Version verfügt über STOL-Eigenschaften (Short Take-off and Landing) und kann damit von kurzen Pisten aus fliegen, die heutige ATR-Flugzeuge nicht nutzen können.

11.05.2022

Der Prototyp der STOL-Version der ATR 42-600 ist am 11. Mai 2022 zum ersten Mal geflogen. © ATR

Der französisch-italienische Flugzeughersteller ATR Aircraft hatte eine Kurzstart- und -landeversion (STOL) seiner ATR 42 schon auf der Paris Air Show im Sommer 2019 angekündigt. Im Februar 2020 hatte mit der PNG Air aus Papua-Neuguinea als erste Fluggesellschaft einen Auftrag für dieses Muster unterschrieben.

Heute um 10.00 Uhr Ortszeit ist der Prototyp dieser ATR-Kurzstartversion vom Flughafen Toulouse-Francazal zu seinem Erstflug gestartet. Die Testcrew landete das Flugzeug nach zwei Stunden und 15 Minuten Flugzeit wieder auf dem Startflugplatz.

Die größeren Ruder sind noch nicht installiert

Die Klappen der neuen Version lassen sich bis auf 25 Grad ausfahren. Der Prototyp ist allerdings noch nicht vollständig modifiziert. So ist er zwar bereits mit dem neuen Multifuktionscomputer der neuen Generation (MFC-NG) ausgerüstet und verfügt auch über Ground Spoiler und das Autobrake-System, aber ihm fehlen noch die größeren Ruderflächen, die erst gegen Ende dieses Jahres installiert werden sollen. Erst dann können die Nachweisflüge für die ergänzende Musterzulassung des Flugzeugs beginnen.

Die ATR 42-600 soll Plätze mit einer Pistenlänge zwischen 800 und 1.000 Meter anfliegen können. Um die STOL-Eigenschaften zu erreichen, wird sie mit stärkeren Turbopop-Triebwerken ausgerüstet. Ihre Passagierkapazität ist auf 40 gedeckelt.

Nach Angaben des Herstellers liegen bereits 20 Aufträge für die ATR 42-600S genannte Kurzstartversion vor.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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