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Die zweite Boeing 777X hat ihren Erstflug absolviert

Gestern ist in Everett die zweite Boeing 777X zu ihrem Jungfernflug gestartet. Zwei weitere Flugzeuge werden künftig zusammen mit den beiden ersten 777X die Testflotte bilden, die das Flugerprobungs- und Zulassungsprogramm für die Musterzulassung fliegt. Mit der Indienststellung der 777-9 rechnet Boeing im nächsten Jahr.

1.05.2020

Der zweite Prototyp der Boeing 777X (Kennzeichen N779XX) ist am 30. April 2020 zu seinem ersten Flug gestartet. © Boeing

Gut drei Monate nach dem Erstflug des ersten Prototyps der Boeing 777-9 ist das zweite Exemplar von Boeings neuestem Riesen-Twinjet gestern zum ersten Mal geflogen. Das von zwei GE9X-Turbofans angetriebene Flugzeug startete um 11.04 Uhr Ortszeit vom Snohomish County Airport (PAE/KPAE) in Everett im US-Bundesstaat Washington und landete nach einer Flugzeit von zwei Stunden und 58 Minuten wieder. Die Landung erfolgte allerdings wie geplant auf dem Boeing Field in Seattle, rund 50 Kilometer südlich des Startflugplatzes. Die beiden Boeing-Testpiloten Ted Grady und Van Chaney bildeten bei diesem Flug die Besatzung des Jets mit dem Kennzeichen N779XX.

Die zweite 777X trägt Boeing-intern die Bezeichnung WH002. Insgesamt wird der Hersteller vier fliegende 777X in der Flugerprobung und für die Nachweisflüge zur Zulassung des Musters einsetzen.

Die erste Boeing 777X ist am 25. Januar 2020 zum ersten Mal geflogen. © Boeing

Der erste Prototyp hat nach Boeing-Angaben bislang rund 100 Flugstunden erflogen und dabei große Bereiche des Flugbereichs der 777X eröffnet. Nachdem die grundlegende Flugtüchtigkeit des neuen Flugzeugs nachgewiesen sei, könne man zusätzliches Personal an Bord der Testflugzeuge nehmen, um die Leistungsparameter an Bord zu überprüfen. Bislang sei das nur über bodengestützte Telemetriestationen möglich, so Boeing.

Die Boeing 777X ist ein Doppelprogramm, das zwei Typen umfasst: Die Boeing 777-9, die am 25. Januar geflogen ist, mit einer Kapazität von 400 bis 425 Passagieren und einer Reichweite von 7.600 nautischen Meilen (14.075 Kilometer) sowie die Boeing 777-8 als kürzeres der beiden Muster mit einer Reichweite von 8.700 nautischen Meilen (16.110 Kilometer) und einer Kapazität zwischen 350 und 375 Fluggästen.

Klappmechanismus von Liebherr

Die Tragflächen beider Modelle sind mit einem Klappmechanischmus versehen, mit dessen Hilfe die Flügelspitzen am Boden hochgeklappt werden können. So verringert sich die Spannweite der Flugzeuge beim Rollen um sieben Meter auf 65 Meter, und die Flugzeuge können alle bisher von der 777 genutzten Gates an den Flughäfen nutzen. Liebherr Aerospace aus Lindenberg wurde von Boeing als Lieferant für das Klappsystem ausgewählt.

Lufthansa und Emirates gehören zu den Launch Customers für das neue Flugzeug. Daneben haben auch Singapore Airlines, All Nippon Airways (ANA), Cathay Pacific, British Airways, Qatar Airways und Etihad zu Auftraggebern für die 777X. Boeing liegen nach eigenen Angaben 340 Bestellungen und Kaufabsichtserklärungen für das Muster vor. Boeing rechnet mit einer Indienststellung des neuen Musters im nächsten Jahr.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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