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Lufthansa fliegt mit A350-900 Polarforscher nonstop auf die Falkland-Inseln

Am 1. Februar will die Lufthansa ihren bisher längsten Nonstop-Passagierflug durchführen: Mit einem Airbus A350-900 sollen Besatzungsmitglieder des Forschungsschiffes Polarstern sowie Polarforscher des Alfred-Wegener-Instituts von Hamburg nach Mount Pleasant geflogen werden.

21.01.2021

Die Lufthansa wird am 1. Februar 2021 einen Charterflug von Hamburg aus nach Mount Pleasant auf den Falkland-Inseln durchführen. Dies ist der längste Nonstop-Passgierflug in der Geschichte des Carriers. © Lufthansa

Der Rekord hielt genau zehn Jahre: Ende Januar 2011 hatte die Lufthansa den bislang längsten Passagierflug ihrer Geschichte durchgeführt. Ein Airbus A340-600 hatte seinerzeit 150 Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes von München ohne Zwischenlandung nach Hawaii geflogen. Die Flugdauer betrug 14 Stunden und 48 Minuten. Die Großkreisentfernung, also die kürzeste Strecke zwischen Start- und Zielort betrug 6.590 nautische Meilen (12.205 Kilometer). Aufgrund des Wetters legte der vierstrahlige Widebody allerdings damals annähernd 7.020 nautische Meilen (13.000 Kilometer) zurück.

Am 1. Februar wird ein Airbus A350-900 der Lufthansa nun zu einem neuen Rekordflug starten. Er führt die 17-köpfige Crew zusammen mit 92 Passagieren vom Flughafen Hamburg zum Flughafen Mount Pleasant auf den Falkland-Inseln im Südatlantik. Die errechnete Flugstrecke liegt bei 7.397 nautischen Meilen (13.700 Kilometer) und damit rund 380 nautischen Meilen über der des letzten längsten Nonstop-Passagierflugs in der Geschichte der Kranich-Airline. Die Flugzeit haben die Dispatcher mit rund 15:00 Stunden berechnet. Dieser Flug unterstreicht auch die Leistungsfähigkeit des Airbus A350 XWB.

Die komplette Crew des Lufthansa-Rekordfluges sowie alle Passagiere müssen vor dem Start 14 Tage in Quarantäne. © Lufthansa

Auch die Passagiere des Fluges am 1. Februar steigen anschließend auf ein Schiff um, und zwar auf das Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) aus Bremerhaven. Eine Hälfte der Fluggäste besteht aus Expeditionsteilnehmern, die andere aus der Besatzung der Polarstern.

14-tägige Quarantäne vor dem Start

Sowohl die Lufthansa-Crew als auch die Passagiere des Fluges LH2574 sind in Vorbereitung des Fluges bereits in Quarantäne, um zu verhindern, dass sich das Coronvirus auch in der Antarktis ausbreiten kann. Trotz dieser Maßnahmen haben sich 600 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter um eine Teilnahme an diesem Sonderflug beworben.

„Die Vorbereitungen für den Sonderflug sind enorm. Das beginnt mit zusätzlichen Trainings für die Piloten, über spezielle elektronische Flug- und Landekarten, bis zu der Frage, dass auf der Militärbasis Mount Pleasant geeignetes Kerosin für den Rückflug zur Verfügung steht. Der Airbus A350-900 ist in München stationiert und wird hier für den Flug vorbereitet. In Hamburg wird das Flugzeug mit weiterer Fracht und Gepäck beladen, umfassend desinfiziert und bis zum Abflug versiegelt. An Bord befinden sich dann neben dem Catering auch zusätzliche Container für den Restmüll, denn dieser kann erst nach der Ankunft in Deutschland entsorgt werden. Zur Lufthansa-Mannschaft gehören neben der Crew auch Techniker und Bodenpersonal für die Abfertigung und Wartung vor Ort. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auf den Falklandinseln werden sie sich nach der Landung erneut in Quarantäne begeben“, teilte die Lufthansa mit.

Die Dispatcher der Lufthansa haben für den Flug LH2574 von Hamburg nach Mount Pleasant eine Flugzeit von 15 Stunden errechnet. © Lufthansa

Den Rückflug muss der Airbus aber nicht leer antreten. Er soll am 3. Februar in Mount Pleasant unter der Flugnummer LH2575 in Richtung München starten. Auf diesem Leg wird die Crew der Polarstern an Bord sein. Sie war am 20. Dezember 2020 in Bremerhaven aufgebrochen, um die Polarforschungsstation Neumayer III in der Antarktis zu versorgen.

Kapstadt war in diesem Jahr tabu

Normalerweise tauscht das AWI die Crews der Polarstern bei Antarktis-Expeditionen in Kapstadt in Südafrika aus. Dies war aber aufgrund der Covid-19-Situation in dem Land dieses Mal nicht möglich, so dass die Falkland-Inseln als Alternative ausgesucht wurden.

Thomas Jahn, Flottenkapitän und Leiter des Projektes Falklandflug bei der Lufthansa, sagte: „Wir freuen uns, in diesen schwierigen Zeiten eine Polarforschungsexpedition unterstützen zu können. Das Engagement für die Klimaforschung ist uns sehr wichtig. Wir sind auf diesem Gebiet bereits seit mehr als 25 Jahren aktiv und haben ausgewählte Flugzeuge mit Messinstrumenten ausgestattet. Mit den im Reiseflug gesammelten Daten präzisieren Wissenschaftler aus der ganzen Welt Klimamodelle und verbessern die Wettervorhersage.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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