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Lufthansa schließt 2020 mit Rekordverlust ab

Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Reiseeinschränkungen haben der Lufthansa einen Verlust beschert, der so hoch ausfiel wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens. Dank der Lufthansa Cargo fällt das Ergebnis nicht noch schlechter aus. Auch für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem Fluggastaufkommen, das höchstens der Hälfte des Jahres 2019 entspricht.

4.03.2021

Parkende Lufthansa-Flugzeuge: Bis die Flotte der Lufthansa wieder komplett benötigt wird, werden einige Jahre vergehen. © Lufthansa

2020 war für alle Fluggesellschaften, die ihren Hauptumsatz aus Passagierflügen generieren, ein Jahr zum Vergessen. Im April lag das weltweite Passagieraufkommen zum Teil bei nur noch zehn Prozent des Vorjahresmonats. Daraufhin legten die Luftfahrtunternehmen ganze Flotten still und passten ihre Mitarbeiterzahl an. Doch für einige Airlines, die bereits zuvor finanzielle Probleme hatten, bedeutete die Coronakrise das Aus.

2020 war die Lufthansa existenziell bedroht

Auch die Lufthansa war 2020 existenziell bedroht. Sie konnte sich aber dank staatlicher Unterstützung wieder in ruhigeres Fahrwasser retten. Dennoch fiel das heute veröffentlichte, vorläufige Ergebnis des Konzerns so schlecht aus wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens. Einzig die Fracht-Tochter Lufthansa Cargo sorgte 2020 für einen finanziellen Lichtblick.

Die Airlines der Lufthansa Group haben nach Angaben des Unternehmens 2020 nur rund ein Drittel der Flüge im Vergleich zum Vorjahr angeboten. Die Zahl der Fluggäste lag mit 36,4 Millionen bei 25 Prozent des Vorjahreswertes. Die Auslastung fiel dementsprechend um 19,3 Prozent auf nur noch 63 Prozent. Nach Ansicht der Lufthansa habe die Lufthansa Group von ihrem Hubsystem profitiert. Anders als Wettbewerber, die ausschließlich Punkt-zu-Punkt-Verbindungen anböten, könnten die Airlines der Lufthansa Group die geringen Verkehrsmengen an ihren Drehkreuzen bündeln und so wichtige Verbindungen aufrechterhalten.

Der Umsatz der gesamten Airline-Gruppe fiel 2020 auf 13,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte er noch bei 36,4 Milliarden Euro gelegen. Das bereinigte EBIT (Earnings before interests and taxes) liegt für 2020 bei minus 5,5 Milliarden Euro. 2019 hatte der Finanzvorstand noch einen Gewinn von 2,0 Milliarden Euro verkünden können. Das Konzernergbnis liegt bei minus 6,7 Milliarden und ist damit so schlecht wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens.

LH Cargo erwirtschaftete Rekordergebnis

Die Lufthansa Cargo erreichte mit 772 Millionen Euro im Jahr 2020 ein historisch hohes Ergebnis. Sie profitierte von der anhaltend hohen Nachfrage nach Luftfracht und von dem Wegfall einer großen Kapazität durch die Reduzierung von Passagierflügen.

Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, sagte bei der Präsentation der Zahlen: „Die einzigartige Krise beschleunigt den Transformationsprozess in unserem Unternehmen. 2021 wird für uns ein Jahr der Redimensionierung und Modernisierung. Dabei bleibt Nachhaltigkeit im Fokus: Wir prüfen, ob alle Flugzeuge, die älter als 25 Jahre sind, dauerhaft am Boden bleiben. Ab dem Sommer rechnen wir wieder mit einer stärkeren Nachfrage, sobald durch eine weitere Verbreitung von Tests und Impfstoffen die restriktiven Reisebeschränkungen zurückgehen. Wir sind vorbereitet, um kurzfristig wieder bis zu 70 Prozent unserer Vorkrisenkapazität anzubieten, wenn die Nachfrage steigt.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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