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Swiss wird Flotte verkleinern und Personal reduzieren

Anhaltende Verluste durch die Coronakrise und keine Aussicht auf eine schnelle Erholung des Luftverkehrs nach der Pandemie: Die Swiss hat ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, bei dem die Flotte verkleinert und Personal abgebaut wird.

9.05.2021

Die Swiss wird im Rahmen ihres Restrukturierungsprogramms reACH ihre Langstreckenflotte um fünf Flugzeuge reduzieren. © Swiss

Die Lufthansa-Tochter Swiss hat angesichts der Auswirkungen der globalen COVID-19-Pandemie auch im ersten Quartal 2021 keinen Gewinn erwirtschaften können. Sie schloss die ersten drei Monate des laufenden Jahres mit einem Verlust von 201 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 183,50 Millionen Euro, ab. Das Passagieraufkommen sank im Vergleich zum ersten Quartal 2020 – in dem bereits schon die Auswirkungen der Coronakrise zu spüren waren – noch einmal um 90,4 Prozent auf gerade einmal 290.000 Fluggäste. Die Auslastung der Flugzeuge sank auf den historischen Tiefstand von 27,5 Prozent.

Dass die Airline angesichts dieser Entwicklung weiter handeln muss, ist klar. „Aufgrund der anhaltenden weltweiten Corona-Pandemie und den daraus resultierenden strukturellen Veränderungen im Markt scheint eine Restrukturierung bei SWISS unumgänglich. Mittelfristig erwartet SWISS bei der Gesamtnachfrage einen strukturellen Rückgang von 20 Prozent. Dem Nachfragerückgang entsprechend würde die Flotte voraussichtlich um 15 Prozent gegenüber 2019 verkleinert. Dies hätte unter Berücksichtigung des seit 2020 eingeleiteten Stellenabbaus über freiwillige Massnahmen und durch natürliche Fluktuation eine Reduktion von insgesamt rund 1‘700 Vollzeitstellen zur Folge, was einem Minus von über 20 Prozent entspräche“, teilte sie in dieser Woche mit.

„Restrukturierung scheint unumgänglich“

Dieter Vranckx, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Swiss, sagte: „Es zeichnete sich immer klarer ab, dass sich der Markt strukturell verändern wird und trotz frühzeitig eingeleiteter Maßnahmen unsererseits eine Restrukturierung von Swiss leider unumgänglich zu sein scheint. Mit unserem neuen strategischen Programm reaCH richten wir uns an die veränderte Marktsituation aus. Dieses beinhaltet unter anderem die Redimensionierung und Transformation, wodurch nachhaltig insgesamt rund 500 Millionen Schweizer Franken eingespart werden sollen.“

Die Swiss betrieb Anfang des Jahres 2020 noch 30 eigene Flugzeuge der A320-Familie. © V. K. Thomalla

Bei der Flottenplanung kündigt die Airline an, die Zahl der eigenen und der in ihrem Auftrag betriebenen Flugzeuge von derzeit 90 Exemplaren um 15 Prozent zu schrumpfen. Die Single Aisle Jets der Airbus A320-Familie würden von 69 auf 59 reduziert, und die Langstreckenflotte würde von 31 Flugzeugen auf 26 reduziert.

Angesichts dieser dauerhaften Kapazitätskürzungen plant die Swiss auch eine Verringerung des Personalbestands. Bis Ende dieses Jahres werden schon 1.000 Stellen durch Fluktuation, freiwillige Maßnahmen und Altersabgänge abgebaut, aber das reicht nicht. „Im Rahmen der beabsichtigten Redimensionierung könnten bis zu 780 Mitarbeitende betroffen sein, davon rund 200 beim Bodenpersonal, 60 in der Technik, 400 beim Kabinenpersonal und 120 im Cockpit“, teilte Swiss nun mit. Vor Beginn der Pandemie im Dezember 2019 hatte die Swiss einen Personalbestand von 9.500, davon waren 7.550 Menschen in Vollzeit beschäftigt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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