Homepage » Luftverkehr » Volotea trennt sich von ihren Boeing 717

Mit dem Low Cost Carrier Volotea aus Spanien mustert nun der letzte europäische Boeing 717-Betreiber den Flugzeugtyp aus seiner Flotte aus. Da es quasi keinen Gebrauchtmarkt für diese Flugzeuge gibt, werden sie verschrottet.

12.01.2021

Die spanische Billigfluggesellschaft Volotea betrieb zuletzt noch neun Boeing 717. © Depositphotos

Die spanische Billigfluggesellschaft Volotea wird ihre verbliebenen Boeing 717 in Kürze ausmustern. Die Airline hatte das Muster seit ihrer Gründung im Jahr 2012 betrieben. Zu Hoch-Zeiten umfasste ihre 717-Flotte 19 Exemplare. Derzeit stehen noch acht Twin-Jets dieses Musters im Dienst des spanischen Low Cost Carriers, der seine Flotte nun komplett auf den Airbus A319 umstellt. 20 A319 hat Volotea schon im Dienst, drei weitere sollen in den nächsten Wochen folgen.

Das Schicksal der Boeing 717 der Volotea ist besiegelt: Da die Zahl der Betreiber des Musters stetig sinkt, sind die Flugzeuge auf dem Gebrauchtmarkt nicht gefragt. Ein Umbau zu Frachtern kommt ebenfalls nicht in Frage. Deshalb wird Volotea ihre 717 in die USA überführen, wo ihre noch brauchbaren Ersatzteile ausgebaut und die Flugzeuge dann verschrottet werden.

Der Antrieb der 717 kommt aus Dahlewitz

Die Boeing 717 wurde von McDonnell Douglas Anfang der neunziger Jahre als MD-95 entwickelt. Der Aerospace-Konzern hatte geplant, die Endmontage des Flugzeugs in China anzusiedeln, was jedoch fehlschlug. Nachdem zunächst das Pratt & Whitney JT8D-216-Triebwerk als Antrieb vorgesehen war, entschieden sich die Konstrukteure jedoch für den von BMW Rolls-Royce (heute Rolls-Royce Deutschland) in Dahlewitz entwickelten BR715-Turbofan. Mit der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing im Jahr 1997 stand das MD-95-Programm auf dem Prüfstand – und überlebte. Die Flugzeugbezeichnung wurde in Boeing 717 umbenannt. Im Herbst 1998 startete die erste Boeing 717 vom Long Beach International Airport in Kalifornien zu ihrem Erstflug. Die Verkäufe verliefen dennoch schleppend, so dass sich Boeing entschied, die Produktion nach 156 gebauten Exemplaren im Jahr 2006 auslaufen zu lassen.

Als einzige Betreiber bleiben nach der Ausmusterung der Boeing 717 bei Volotea noch Delta Air Lines, QantasLink und Hawaiian Airlines übrig. Ihnen gehörten Ende 2020 zusammen insgesamt 104 Exemplare.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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