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Weltweit gibt es nur noch sechs Betreiber von Passagier-Jumbos

Im Passagierluftverkehr hat die Boeing 747 Geschichte geschrieben. Sie hat dazu beigetragen, dass das Fliegen für eine breite Masse der Menschheit erschwinglich wird. Doch nun wird sie selbst von der Geschichte überrollt. Weltweit gibt es nur noch sechs Fluggesellschaften, die den Jumbo Jet als Passagierflugzeug einsetzen. Und in wenigen Tagen werden es sogar nur noch fünf sein.

25.03.2024

Die Boeing 747-8I der Lufthansa werden von GEnx-Triebwerken angetrieben. © Volker K. Thomalla

Zweistrahlige Großraumflugzeuge haben die drei- und vierstrahligen Airliner weltweit weitestgehend verdrängt. Zwar haben einige Betreiber nach der Coronakrise ihre Vierstrahler wie den Airbus A380 und die A340 wieder aus der Wüste zurückgeholt, aber die Zahl der vierstrahligen Passagier-Verkehrsflugzeuge in der weltweiten Flotte nimmt kontinuierlich ab.

Boeing 747 im Passagierverkehr

Die Boeing 747, eine unverkennbare Ikone des Luftverkehrs, ist ein gutes Beispiel dafür. Sie ist nur noch auf einer Handvoll Strecken im Passagierluftverkehr zu finden. Weltweit gibt es gerade noch sechs (!) Fluggesellschaften, bei denen sie im als Passagierflugzeug im Einsatz steht – und in wenigen Tagen werden es sogar nur noch fünf Airlines weltweit sein, die mit dem Jumbo Jet Fluggäste transportieren.

Lufthansa

Die Lufthansa ist nicht nur einer der ältesten 747-Betreiber, sie ist heute auch der größte Betreiber von Passagier-Jumbos. Zu ihrer Flotte gehören 8 Boeing 747-400 sowie 19 Boeing 747-8I.

Korean Air

Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air betreibt neben ihren Frachtjumbos auch noch neun Exemplare der Boeing 747-8I im Passagierluftverkehr. 2021 verkündete die Gesellschaft, dass die Boeing 747-8I innerhalb der nächsten zehn Jahre ausgemustert würden.

Air China

Die staatliche chinesische Fluggesellschaft Air China kommt auf drei 747-400 und fünf 747-8I im Passagierdienst.

Asiana Airlines

Die koreanische Fluggesellschaft Asiana betreibt zwar eine Flotte von elf 747, aber nur eine einzige davon transportiert noch Passagiere. Die 747-400 mit dem Kennzeichen HL7428 wurde 1999 gebaut. Asiana wird allerdings in den nächsten Monaten von der Korean Air übernommen, so dass sie dann als Betreiber der Passagier-747 entfällt.

Max Air

Die nigerianische Fluggesellschaft Max Air nutzt noch eine Boeing 747-400, die unter anderem beim Transport von Pilgern zu den heiligen Stätten des Islam zum Einsatz kommt. Eine zweite 747-400 der Airline wurde im Januar dieses Jahres geparkt. Ob sie jemals wieder in den Flugdienst kommt, ist fraglich.

Mahan Air

Die iranische Mahan Air verfügt noch über drei Boeing 747, darunter zwei Boeing 747-400 und eine Boeing 747-300. Da der Iran scharfen Wirtschaftssanktionen unterliegt, ist zu bezweifeln, dass alle drei Jumbo Jets auch noch betriebsbereit sind. Flugwegverfolgungsdienste zeigen, dass in den vergangenen zwölf Monaten nur die Boeing 747-400 mit dem Kennzeichen EP-MEE in der Luft war. Es kann sein, dass Ersatzteilmangel die 747-300 am Boden hält, und dass die zweite Boeing 747-400 für die EP-MEE als Ersatzteilspender ausgeschlachtet wird.

Mehrere Boeing 747 sind noch als Regierungs- und Privatflugzeuge im Einsatz und fliegen in dieser Rolle auch hochgestellte Persönlichkeiten. So unter anderem in Brunei, Marokko, Dubai, Saudi-Arabien, in der Türkei, in Kuwait, in Katar und im Oman. Nicht zu vergessen sind die beiden derzeit im Umbau befindlichen Boeing 747-8I der US Air Force, die als US-Regierungsflugzeuge „Air Force One“ künftig die US-Präsidenten zu wichtigen Regierungsterminen fliegen werden. Buchbar sind Flüge in diesen Jumbo Jets für die Allgemeinheit natürlich nicht.

Die Boeing 747 werden nicht so schnell vom Himmel verschwinden, da sie ja auch noch in großem Umfang als Frachtflugzeug genutzt werden. Aber wer noch nie mit einem Jumbo Jet gereist ist, sollte sich beeilen, dies zu tun, denn im Passagierluftverkehr ist die 747 nicht mehr lange zu finden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Ein Kommentar

  • meiko haselhorst

    Nur noch sechs Fluggesellschaften weltweit?? Und keine amerikanische mehr darunter? Donnerwetter, das hätte ich nicht gedacht…. Irgendwie schade…. 🙁

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