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Die letzte CH-53G der Luftwaffe ist aus Afghanistan zurück

Die Bundeswehr hat ihre letzte CH-53 aus Afghanistan abgezogen. Ihre Aufgaben am Hindukusch übernehmen künftig die NH90 der Heeresflieger. Doch die CH-53 werden bis zur Indienststellung eines Nachfolgers – voraussichtlich gegen Ende dieses Jahrzehnts – von der Luftwaffe noch gebraucht.

29.01.2021

Mit der Landung der Antonow An-124 auf dem Flughafen Leipzig/Halle am 28. Januar 2021 mit der CH-53 85+00 an Bord endete der mehrjährige Einsatz der CH-53 der Bundeswehr in Afghanistan. © Bundeswehr/Weber

Gestern Abend landete eine An-124 der ukrainischen Antonov Airlines auf dem Flughafen Leipzig/Halle. In ihrem Frachtraum war eine CH-53G der Luftwaffe verstaut, die mit dem vierstrahligen Transportflugzeug aus Afghanistan zurückkehrte. Mit der Rückkehr dieses Helikopters der Luftwaffe endete das 18 Jahre dauernde Kapitel „Einsatz in Afghanistan“ für diesen Hubschraubertyp der Bundeswehr. Die CH-53G mit dem Kennzeichen 85+00 wird nun an ihren Heimatstützpunkt beim Hubschraubergeschwader 64 zurückfliegen.

CH-53G der Luftwaffe

Die notwendigen Transportkapazitäten für die Unterstützung der Mission Resolute Support (RS) in Afghanistan werden NH90 des Heeres übernehmen. Derzeit sind rund 1.100 Soldaten der Bundeswehr in dem Land stationiert.

Die CH-53 der Bundeswehr waren in den zurückliegenden drei Jahrzehnten stärker gefordert als je zuvor in ihrer Geschichte: Neben dem Einsatzflugbetrieb ­im Irak im Rahmen der UNSCOM-Mission, den Unterstützungsmissionen auf dem Balkan (IFOR, SFOR, KFOR) flogen die CH-53 ab 2002 auch im Rahmen der ISAF- und RS-Missionen in Afghanistan. Dort insgesamt absolvierten sie 22.500 Flugstunden und legten nach Angaben der Bundeswehr rund fünf Millionen Kilometer Flugstrecke zurück.

Während der Stationierung am Hindukusch erlebten die CH-53 sogar einen Wechsel der Teilstreitkraft. Bis 2012 gehörten die Helikopter und ihre Besatzungen noch zum Heer, seit der Neuausrichtung der Bundeswehr und dem so genannten „Fähigkeitstransfer Hubschrauber“ gehören sie zur Luftwaffe.

Starke Abnutzung im Einsatzflugbetrieb

Doch die Beanspruchung durch die Einsatzflüge hat ihre deutlichen Spuren bei den Hubschraubern hinterlassen. Zwar wurden Personal und Material regelmäßig getauscht, aber die Abnutzung der 1972 bei der Bundeswehr eingeführten Transporthubschrauber führte zu einem erhöhten Instandhaltungsaufwand und zu einem geringen Klarstand des Musters.

Generalleutnant Ingo Gerhartz, der Inspekteur der Luftwaffe, sagte anlässlich der Rückkehr der letzten CH-53 aus Afghanistan: „Die CH-53 wurde nicht für einen Einsatz bei extremen Witterungsverhältnissen und den Betrieb am Hindukusch gebaut. Dass der Auftrag dort über all die Jahre so verlässlich erfüllt wurde, ist das Verdienst unserer Soldatinnen und Soldaten. Alle Angehörigen der CH-53-Community können mit großem Stolz auf die dabei gezeigte Spitzenleistung zurückblicken.“

Während des Afghanistan-Einsatzes hat die Bundeswehr eine CH-53 durch einen Absturz in der Nähe von Kabul verloren. Dabei waren sieben Insassen des Helikopters ums Leben gekommen.

Auch wenn die Bundeswehr das Muster jetzt nicht mehr in Afghanistan einsetzt, wird sie dennoch weiterhin benötigt, bis ein Nachfolger zur Verfügung steht. Eigentlich hätte eine Entscheidung über ein Nachfolgemuster bereits im vergangenen Jahr fallen sollen, da die CH-53G spätestens 2030 das Ende ihrer wirtschaftlichen und strukturellen Lebensdauer erreichen und ausgemustert werden müssen.

Volker K. Thomalla

 

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