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Leonardo nutzt eine Boeing 757 als fliegendes Labor für Tempest-Technologien

Um die futuristischen Sensoren und Kommunikationsgeräte des angestrebten britischen Kampfflugzeugs vorab zu testen, lässt Leonardo eine Boeing 757 zu einem Testträger umbauen. 

16.09.2021

Leonardo hat die britische 2Excel Aviation beauftragt, eine Boeing 757-200 in einen fliegenden Testträger für Technologien für das künftige britische Kampfflugzeug Tempest zu verwandeln. © Leonardo

Auf der Rüstungsmesse DSEI hat der italienische Aerospace-Konzern Leonardo bekanntgegeben, dass er das britische Unternehmen 2Excel damit beauftragt hat, eine Boeing 757-200 in seiner Werft in Lasham in einen Testträger für Technologien für das britische Kampfflugzeugprojekt Tempest umzubauen. Das fliegende Labor hat den Namen Excalibur erhalten und wurde nach dem legendären Schwert des sagenhaften König Artus benannt. 

Das Flugzeug werde modifiziert, um den transformativen „Digital-First-Ansatz“ zu ergänzen, den die Partner des Team Tempest bei der Erprobung und Bewertung der Elektronik der nächsten Generation für das Kampfflugzeugsystem Tempest verfolgen, teilte Leonardo mit. Excalibur werde die reale Umgebung bieten, die für die letzten Entwicklungsphasen der komplexen, integrierten Sensoren, nicht-kinetischen Effekte und der Kommunikation, die Leonardo entwickelt, notwendig sei. 

Futuristische Sensoren und Technologien

Wissenschaftler und Testingenieure können die futuristischen Sensoren und modernen Kommunikationssysteme, die für Tempest vorgesehen sind, an Bord von Excalibur unter realen Flugbedingungen erproben. Leonardo will Excalibur den internationalen Partnern des Teams Tempest zur Verfügung stehen, um das Risiko von Technologien, die für das künftige Kampfflugzeugsystem entwickelt werden, zu minimieren. Das Flugzeug könne auch zur Ergänzung der Entwicklung von unbemannten Technologien eingesetzt werden, einschließlich der Funktion als Kontrollzentrum für Tests von unbemannten Plattformen, so Leonardo.

Der italienische Konzern und 2Excel haben bereits zwei Jahre bei der Konzept- und Designphase des Flight Test Aircraft (FTA) für Tempest zusammengearbeitet. In dieser Phase haben die beiden Unternehmen die Eignung verschiedener Verkehrsflugzeugs als fliegenden Prüfstand untersucht und modellierten einige der vorgeschlagenen Änderungen digital. Dazu gehört auch der neu gestaltete Bug des FTA, der dem des späteren Tempest-Fighters weitestgehend entsprechen soll. Der neue Vertrag decke die vorbereitenden Arbeiten an dem von 2Excel bereits beschafften Flugzeug ab und ermögliche es, die Entwicklungsarbeiten zügig fortzusetzen, so Leonardo. 

Die nächsten zwölf Monate wollen Leonardo und 2Excel nutzen, um die Modifikationen für die Boeing 757 genau zu spezifizieren und zu installieren. Außerdem soll ein detaillierter Plan für die Flugerprobung der Tempest-Technologien erstellt werden.

Volker K. Thomalla

 

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