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Airbus nimmt die 300. Bestellung für die C295 an

Das zweimotorige Turboprop-Flugzeug C295 fliegt im Schatten seiner großen Brüder. Dabei ist das Muster in Bezug auf die Einsatzvielfalt ein Tausendsassa und hat mit der Marke von 300 Bestellungen auch eine gewisse kommerzielle Bedeutung erlangt.

14.03.2024

Die Streitkräfte von Bangladesch betreiben auch die C295W. © Airbus

Es gibt Flugzeuge, die große Gefühle wecken. Dazu gehören ohne Zweifel die Boeing 747 Jumbo Jet, die McDonnell Douglas F-4 Phantom, der Airbus A380 oder die einmotorigen Piper Cub. Es gibt aber auch Flugzeuge, die emotional in der Öffentlichkeit im Abseits stehen und deren Existenz man höchstens zur Kenntnis nimmt. Dazu gehört auch der taktische Militärtransporter C295 von Airbus. Dabei verfügt das zweimotorige Turboprop-Flugzeug durchaus über Eigenschaften, die ihm eine größere Wertschätzung zukommen lassen sollten.

Ende Februar hat die C295 durch einen Auftrag aus Kasachstan für ein drittes Exemplar die Marke von 300 Bestellungen erreicht. Das Muster wurde bislang von 41 Betreibern aus 37 Ländern bestellt. Nach Airbus-Angaben erreicht die C295 in ihrem Marktsegment einen Marktanteil von 80 Prozent.

In der Bezeichnung C295 steht das C für den Konstrukteur CASA, die 2 für die Zahl der Triebwerke und die 95 für die ursprünglich geplante, maximale Zuladung von 9,5 Tonnen.

Die C295 ist mehr als nur ein Transportflugzeug. Airbus baut sie auch als Flugzeug für Spezialmissionen. Spanien hat das Muster als Patrouillen- und Überwachungsflugzeug für maritime Aufgaben geordert, Kanada wird die CC-295 als Flugzeug für den Such- und Rettungsdienst (SAR) nutzen, Finnlands C295 sind im Bereich der Grenzüberwachung aktiv, und die spanische Forschungsorganisation INTA nutzt seit 2023 eine C295 als fliegende Forschungsplattform.

Der spanische Flugzeughersteller CASA, der in Airbus Defense and Space aufgegangen ist, hatte nach den beiden Turboprop-Transportflugzeugen C212 und CN235 die C295 ab Mitte der neunziger Jahre in Getafe bei Madrid entwickelt. 1996 erfolgte der formale Launch des C295-Programms, nur ein Jahr später, im November 1997, flog der erste Prototyp der C295 – entstanden aus einem verlängerten CN235-Prototyp – zum ersten Mal. Die spanischen Luftstreitkräfte waren der Erstkunde für das Muster und bestellten zunächst neun Exemplare.

Erstkunde der C295 waren die spanischen Luftstreitkräfte

Im Jahr 2000 lieferte die frisch zu Airbus gekommene CASA die erste C295 an den Erstkunden, die spanische Ejército del Aire, aus. Die Endmontage der C295 findet in Sevilla statt. Da Indien sich 2021 für die Beschaffung von zunächst 56 C295 entschieden hat – von denen die ersten 16 in Sevilla gebaut werden – baut die Tata Group in Vadodara Indien eine eigene Endmontagelinie auf, um die weiteren C295 für Indien zu produzieren. Indien ist derzeit der größte Kunde für das Muster.

Nach Angaben von Airbus hat die globale C295-Flotte bis Ende Februar dieses Jahres über 610.00 Flugstunden gesammelt. Die spanischen Streitkräfte haben zu dieser Zahl allein 90.000 Flugstunden beigetragen. Den Fleet Leader, also die C295 mit der höchsten Flugstundenzahl, betreibt die Força Aérea Brasileira (FAB). Eine C295 der FAB war bereits über 9.000 Stunden in der Luft.

Zu den Kunden der C295 gehören neben den bereits genannten Ländern Spanien und Indien auch Finnland, Tschechien, Polen, Portugal, Irland, Serbien, Kanada, Ägypten, Gabun, Ghana, die Elfenbeinküste, Mali, Senegal, Indonesien, die Philippinen, Thailand, Vietnam, Kasachstan, Usbekistan, Jordanien, Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador und Mexiko.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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