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Die F-5 steht seit 50 Jahren im Dienst der Ejercito del Aire

Am 12. November haben die spanischen Luftstreitkräfte (Ejército del Aire) auf dem Stützpunkt Talavera la Real den 50. Jahrestag der Indienststellung der Northrop F-5M Tiger gefeiert. Ein Ende ihrer Dienstzeit als Fortgeschrittenen-Trainer ist derzeit nicht absehbar.

15.11.2020

Bei der Ala 23 der spanischen Luftstreitkräfte werden angehende Fighterpiloten auf der F-5M ausgebildet. © Ejército del Aire/Saramento Rubio

Die Ejército der Aire (EdA) musste sich Mitte der sechziger Jahre von ihren Lockheed T-33A und North American F-86 Sabre verabschieden, da diese Muster von der technischen Entwicklung überholt worden sind. Die Ausbildung der künftigen Jetpiloten der spanischen Luftstreitkräfte sollte neu aufgestellt werden und dafür benötigte man auch ein Flugzeug, das technologisch auf dem Stand der Zeit war. Außerdem sollte es in der Anschaffung und im Betrieb wirtschaftlicher sein und vielseitige Aufgaben übernehmen können.

F-5M bei der Ejército del Aire

Anfang 1965 bestellte das Verteidigungsministerium 70 Northrop F-5 Freedom Fighter der Versionen A (einsitzig) und B (doppelsitzig für die Ausbildung). Da nur acht der Flugzeuge im Herkunftsland Vereinigte Staaten von Amerika gebaut wurden und die restlichen 62 bei CASA (Construcciones Aeronáuticas SA) in Getafe gebaut und endmontiert wurde, machte die spanische Luftfahrtindustrie mit dieser Beschaffung einen großen Sprung nach vorn.

Die Northrop F-5 war seinerzeit ein modernes, leicht zu wartendes und vielseitiges Kampfflugzeug mit einer Länge von 14,38 Metern, einer Spannweite von 8,10 Metern, einer Höhe von 4,01 Metern, einer Leermasse von 3.792 Kilogramm und einer maximalen Abflugmasse von 9.720 Kilogramm. Sie erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 1.4 und eine Reichweite von 592 Kilometern mit maximaler Waffenlast.

Erstausbildung in Arizona

1968 nahmen die ersten sechs Piloten und zwölf Wartungstechniker der spanischen Luftstreitkräfte auf der Williams Air Force Base im US-Bundesstaat Arizona bei der US Air Force ihr Training auf dem neuen Jet auf. Am 12. November 1970 trafen die ersten drei Northrop F-5B auf dem Stützpunkt Talavera la Real ein. Diese Flugzeuge waren für die damalige Jet-Schule bestimmt, die die Ausbildung der Einsatzpiloten übernommen hatte.

Es wäre 1971, als der 50. Jet-Kurs begann, und zwar zunächst im F-5-Material, und wo die theoretische Ausbildung angesichts der Fähigkeiten, die das neue Waffensystem bietet, bis heute eine ungewöhnliche Bedeutung haben würde. Unter den 70 bestellten Flugzeugen waren 36 Einsitzer und 34 Doppelsitzer. Von den Einsitzern waren 18 als reine Kampfflugzeuge ausgelegt und 18 als schnelle Aufklärer.

Im Laufe der Zeit wurde die Avionik der F-5M immer wieder modernisiert. 1980 erhielten die Flugzeuge alle verbesserte Kommunikations- und Navigationsinstrumenten inklusive eines ILS-Empfängers für sichere Anflüge bei Nacht und schlechtem Wetter.

Modernisierung im Jahr 2003

2003 stand die nächste Modernisierung auf dem Plan. Die Flugzeuge wurden dabei mit modernern Navigationssystemen VOR/ILS und Tacan, neuen VHF/UHF-Kommunikationssystemen, Multifunktionsbildschirme, MDP-Missionscomputer, einem integrierten Trägheitsnavigationssystem EGI (INS/GPS), Funkhöhenmesser, sowie Head-up-Displays und einem virtuellen Radar für die Ausbildung versehen.

1988 erreichte die spanische F-5-Flotte die Marke von 75.000 Flugstunden. Doch die Flugzeuge zeigen erste Zeichen ihrer intensiven Nutzung, was zu einem Austausch von Strukturbauteilen im vorderen Bereich des Rumpfes führt. Im Zuge dieser Modifikationen rüstet die Ejécito del Aire ihre Freedom Fighter mit den damals neuen Martin Baker Mk.16-Schleudersitzen aus. Mit diesen Änderungen sowie einem Austausch von verschiedenen Avioniksystemen wird aus der F-5 die F-5M.

Nur die Doppelsitzer blieben

Spanien trennt sich im Laufe der Jahre dann von den Einsitzern und betreibt die Doppelsitzer ausschließlich als Jet-Trainer beim Fortgeschrittenen-Training. Die Ejército del Aire ist mit der F-5 nach wie vor zufrieden, weist sie doch das höchste Verfügbarkeits-/Kostenverhältnis aller ihrer Flugzeugmuster auf.

50 Jahre nach der Indienststellung fliegen von den siebzig Flugzeugen der CASA-Fabrik in Getafe noch immer 19 F-5M jeden Tag in der Ala 23, die die neuen Jagdflugzeugpiloten der spanischen Streitkräfte ausbildet. In den vergangenen 50 Jahren haben die F-5 genau 167.937 Flugstunden gesammelt. Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass auch mehrere der Flugzeuge abgestürzt sind und zum Teil ihre Besatzungen in den Tod rissen. Trotzdem ist die Gesamtbilanz des Musters bei der Ejército del Aire positiv, was auch daran zu sehen ist, dass die F-5M noch mehrere Jahre genutzt werden soll.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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