Homepage » Militär » Eurofighter bietet Endmontagelinie in der Schweiz an

Sollte der Eurofighter sich beim Wettbewerb um das nächste Kampfflugzeug der Schweiz durchsetzen, wird das Herstellerkonsortium eine vollständige Endmontagelinie für den Fighter in der Schweiz einrichten. Die langfristige Evolution des Kampfflugzeugs wird durch Investitionen der Hersteller sichergestellt.

10.12.2020

Sollte sich die Schweiz bei der Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs für den Eurofighter entscheiden, wird die Endmontage des Jets in der Schweiz stattfinden. © Airbus

Sollte sich die Schweiz bei der Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs für den Eurofighter entscheiden, würde das Eurofighter-Konsortium auch eine Endmontagelinie für die bestellten Flugzeuge in der Schweiz einrichten, sagte Wolfgang Gammel, Vertriebsleiter für Kampfflugzeuge bei Airbus, gestern im Rahmen des Technical Media Briefings des Aerospace-Konzerns. Zwar würden die ersten Exemplare für die Schweiz wahrscheinlich noch auf einer der bestehenden Endmontagelinien gefertigt, aber es würden auf jeden Fall über 30 Eurofighter in der Schweiz endmontiert. Auf die Frage, um welchen Mix an Doppel- und Einsitzern es sich bei einem Auftrag aus der Schweiz handeln könne, antwortete Gammel: „Ich bin mir fast sicher, dass die Schweiz nur Einsitzer erhalten wird.“

Dirk Hoke, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus Defence and Space, hatte bereits bei der Angebotsabgabe am 18. November gesagt: „Durch die Bereitstellung von Konstruktionsdaten und anderen wichtigen Informationen wird der Schweiz die vollständige und unabhängige Kontrolle über den Eurofighter ermöglicht, was die volle Transparenz garantiert.“

Tranche 4 ist die modernste Version

Die der Schweiz angebotene Eurofighter-Version der Tranche 4 entspricht dem modernsten Baustandard, den auch die Deutsche Luftwaffe durch ihren Auftrag vom 11. November 2020 über 38 Eurofighter ab 2025 erhalten wird.

Gammel sagte, dass Airbus viel in neue Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen investiere, um die langfristige Evolution des Fighters sicherzustellen. So baue man derzeit ein E-Scan Roof Lab für die Entwicklung des E-Scan-Radars des Eurofighters und investiere in ein neues National Test and Evalutions Center (NATE) in Manching.

Die weitere Entwicklung des Eurofighters soll Schritt für Schritt erfolgen. Dazu gehört beispielsweise die Integration neuer und fortschrittlicher Sensoren und Selbstschutzsysteme, die Befähigung des Flugzeugs für „digital Stealth“ und elektronische Kampfführung, die Integration von Begleitdrohnen, sowie eines AMK-Rüstsatzes zur Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften (Aerodynamic Modification Kit). Entsprechend der weiteren Entwicklung der Avionik gehört auch ein Cockpit der nächsten Generation (Next Gen Cockpit) zu den Optionen für eine Fortentwicklung des Eurofighters.

Derzeit liegen dem Eurofighter-Konsortium Bestellungen für 660 Exemplare von neun Kunden vor. Das Flugzeug ist bereits bei sieben Streitkräften eingeführt. Aktive Verkaufskampagnen für das Muster laufen derzeit in der Schweiz und in Finnland.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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