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Flugplatz Rotenburg (Wümme) rettet Transall vor der Schrottpresse

Auf dem Flugplatz Rotenburg (Wümme) hat eine C-160 Transall vom Lufttransportgeschwader (LTG) 63 aus Hohn ihre finale Destination gefunden: Sie wird dort künftig ausgestellt und dank privater Sponsoren so vor der Schrottpresse gerettet.

25.08.2021

Die letzte Landung der C-160 Transall in Rotenburg (Wümme) wurde von vielen Zuschauern und Medienvertretern beobachtet. © Dietmar Plath

Sie kam pünktlich. Überpünktlich sogar. Um 10.45 Uhr statt wie geplant um 11.30 Uhr setzte das Hauptfahrwerk der C-160 Transall mit dem Kennzeichen 50+66 auf der 806 Meter langen Asphaltpiste des Flugplatzes Rotenburg (Wümme) auf. Zuvor hatte das 1971 in Lemwerder gebaute Transportflugzeug zusammen mit der sie begleitenden C-160 „Retro Brummel“ den Platz erst einmal überflogen. Diese Landung sollte die letzte in dem 50-jährigen Leben des Flugzeugs sein.

C-160 Transall in Rotenburg (Wümme)

Die Bundeswehr stellt bis Ende dieses Jahres ihre komplette C-160 Transall-Flotte außer Dienst. Ihre Aufgaben übernehmen die Airbus A400M sowie die C-130J Super Herucles. Das Lufttransportgeschwader (LTG) 63 aus Hohn in Schleswig-Holstein, das zuletzt die 50+66 betrieb, wird zum Ende des Jahres aufgelöst. Im Laufe ihrer Dienstzeit stand die Rotenburger Transall zunächst beim LTG 61 in Landsberg am Lech im Dienst, wechselte dann zum LTG 62 nach Wunstorf und schließlich zum LTG 63 nach Hohn. Insgesamt hat sie rund 13.000 Flugstunden absolviert und war regelmäßig bei Auslandseinsätzen gefragt. So flog sie bei Hilfseinsätzen in Nordwestafrika, in Äthiopien, während der Luftbrücke von Sarajewo, im Sudan, sowie für die ISAF-Mission in Afghanistan und im Rahmen der MINUSMA-Mission in Mali.

Zu der Zeit, als der Flugplatz Rotenburg (Wümme) noch von den Heeresfliegern militärisch genutzt wurde, flogen C-160 Transall regelmäßig den Platz an, und somit ist das Muster auch ein Teil der Rotenburger Geschichte.

Die VEBEG verkauft die C-160 der Luftwaffe

Dass die 50+66 nun am Flugplatz Rotenburg (Wümme) zum Ausstellungsstück wird, hat sie vor der Schrottpresse bewahrt. Achim Figgen, der Geschäftsführer der Flugplatz Rotenburg (Wümme) GmbH, freut sich, dass private Sponsoren die 50.660 Euro für den Erwerb des Flugzeugs aufgebracht haben. Der Luftfahrtfotograf Dietmar Plath hatte den Kontakt zur VEBEG, der Verwertungsgesellschaft des Bundes, hergestellt, die mit der Verwertung der ausgemusterten Transall beauftragt ist. Als Mindestgebot für das Flugzeug waren 50.000 Euro gefordert. „Wir haben 50.660 Euro geboten, weil das Kennzeichen der Maschine ja 50+66 lautet“, so Figgen. Mit diesem Gebot erhielten sie den Zuschlag.

Die 50+66 wird nun demilitarisiert, das heißt, die Bundeswehr baut alle militärischen Geräte aus, die Flugplatzgesellschaft baut eine Beleuchtung ein und stellt den zweimotorigen Transporter auf ein Fundament. Voraussichtlich ab Oktober wird auch der Innenraum der Transall der Öffentlichkeit gegen eine kleine Gebühr zugänglich sein. Mit den Einnahmen wolle man die laufenden Kosten decken, die für die Erhaltung des Flugzeugs notwendig sind.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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