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Frankreich wird die Dassault Falcon 2000LXS Albatros beschaffen

Die französische Marine wird neue SAR- und Aufklärungsflugzeuge auf Basis der Dassault Falcon 2000XLS beschaffen. Einen entsprechenden Auftrag hat die französische Verteidigungsministerin heute bei einem Besuch eines Werkes von Dassault Aviation angekündigt. Ein Teil der Flugzeuge wird aber nicht in Frankreich gebaut.

19.11.2020

Das französische Verteidigungsministerium beabsichtigt, bis zu zwölf Marine-Aufklärer und SAR-Flugzeuge des Typs Albatros auf Basis der Dassault Falcon 2000LXS zu beschaffen. © Dassault Aviation

Heute hat die französische Verteidigungsministerin Florence Parly das Werk von Dassault Aviation in Seclin südlich von Lille besucht. Dabei hat sie angekündigt, dass ihr Ministerium beabsichtigt, noch in diesem Jahr bis zu zwölf Exemplare des maritimen Aufklärungs- und SAR-Flugzeugs Albatros zu beauftragen. Im Rahmen des AVSIMAR-Programms (Avions de Surveillance et d’Intervention Maritime) würden in einem ersten Baulos sieben Exemplare des zweistrahligen Flugzeugs in Auftrag gegeben. Die ersten drei Flugzeuge sollen 2025 an die französische Marine übergeben werden. Dann werden auch die heute genutzten fünf Falcon 200 Gardian der Marine nach 45 Dienstjahren ausgemustert.

Die französische Armée de l’Air et de l’Espace betreibt die Falcon 2000LXS als Regierungsflugzeug. © Dassault Aviation

Die Albatros sind eine modifizierte Version des Geschäftsreisejets Dassault Falcon 2000LXS. In der zivilen Variante bietet die von zwei PW308C-Turbofans von Pratt & Whitney Canada angetriebene Falcon 2000LXS ihren Nutzern eine Reichweite von 4.000 nautischen Meilen (7.410 Kilometer). Florence Parly sagte, die Albatros hätten eine Flugdauer von acht Stunden.

Unter dem Rumpfbug wird ein 360-Grad-Radar installiert – wahrscheinlich das Thales Searchmaster AESA-Radar. Unter dem Heck planen die Ingenieure die Integration eines Pods für eine Video- und Infrarot-Kamera, die wahrscheinlich von Euroflir stammen wird. Außerdem soll auf der rechten Rumpfseite ein großes Beobachtungsfenster eingebaut werden. Für den Abwurf von Rettungsmitteln wird eine besondere Vorrichtung installiert. Zusätzlich bekommen die Flugzeuge eine umfangreiche Kommunikationsausrüstung, die auch die Kommunikation mit Schiffen ermöglicht.

Die Falcon 2000LXS kommen aus Indien

Dassault hat angekündigt, dass nur die erste Falcon 2000LXS in Frankreich gebaut wird. Die anderen Basisflugzeuge wird der Hersteller in seinem neuen Werk in Indien fertigen. Dassault baut im Rahmen eines Offset-Geschäfts im Zusammenhang mit dem Verkauf des Rafale-Kampfflugzeugs nach Indien Komponenten und künftig auch Falcon 2000LXS in Indien. Die Albatros kommen aus Indien als grüne Flugzeuge nach Frankreich, wo ihre Missionsausrüstung eingebaut wird.

Eric Trappier, der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Dassault Aviation, sagte: „Die Falcon 2000 Albatros ist ein Hochleistungsflugzeug, das mit einem Missionssystem und Sensoren der neuesten Generation ausgestattet ist. Von der Falcon 20 der U.S. Coast Guard bis zur Falcon 2000MSA der japanischen Küstenwache sowie der Falcon 200 Gardian und 50M der französischen Marine verfügen wir neben unserer langjährigen Erfahrung bei Patrouillenmissionen mit der Atlantique auch über umfangreiche Erfahrungen bei der Seeraum-Überwachung. Mehrere Länder haben ihr Interesse an diesen Flugzeugen bekundet, die eine wirksame Antwort auf die beträchtlichen Herausforderungen des Heimatschutzes und der maritimen Sicherheit sowie des staatlichen Handelns auf See darstellen: Bekämpfung von Umweltverschmutzung und Menschenhandel, Überwachung von Grenzen und Sperrzonen, Fischereipolizei, SAR-Mission auf See und vieles mehr. Es ist nur recht und billig, dass Frankreich, das über die zweitgrößte ausschließliche Wirtschaftszone der Welt verfügt, bei der Nutzung dieses Flugzeugtyps eine Vorreiterrolle spielt.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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