Homepage » Militär » Italien hat seinen letzten Eurofighter übernommen

Die italienischen Luftstreitkräfte haben nun alle von ihnen bestellten Eurofighter Typhoon übernommen. Leonardo Aircraft feierte die Übergabe des 96. Flugzeugs mit einer kleinen Zeremonie im Werk Caselle bei Turin.

27.10.2020

Italien hat insgesamt 96 Eurofighter erhalten, ein Exemplar ist durch Absturz verloren gegangen. © Aeronautica Militare

Die italienischen Luftstreitkräfte (Aeronautica Militare) haben am 23. Oktober im Werk von Leonardo Aircraft in Caselle bei Turin den letzten von ihnen bestellten Eurofighter Typhoon übernommen. Damit betreibt die Aeronautica Militare nun 95 Eurofighter Typhoon. Neben 81 Einsitzern (die in Italien F-2000A Typhoon genannt werden) gehören auch 14 Doppelsitzer (TF-2000A) zur Flotte der Luftstreitkräfte.  Ursprünglich hatte das Land 121 Eurofighter beschaffen wollen.

Eurofighter der Aeronautica Militare

Die italienischen Eurofighter sind auf den Stützpunkten Grosseto, Gioia del Colle, Trapani und Istrana stationiert. Anlässlich der Übergabe des letzten Exemplares für Italien hatte der Hersteller im Werk eine Zeremonie organisiert, bei der auch der italienische Generalstabschef General Alberto Rosso sprach. Er sagte: „Die Auslieferung des Flugzeugs, das unsere Eurofighter-Flotte vervollständigt – das Hauptinstrument des artikulierten und komplexen nationalen und NATO-Luftverteidigungssystems – stellt einen Meilenstein für das Programm dar. Das Flugzeug, das sich als zuverlässiges, flexibles und vielseitiges Gerät erwiesen hat, bereitet sich auf neue technologische Herausforderungen vor, um die Sicherheit des italienischen Luftraums und die Verteidigung der nationalen Interessen weiterhin besser gewährleisten zu können, und zwar dank eines breiten Spektrums an operativen Fähigkeiten, die die der Luftverteidigung ergänzen, von der nachrichtendienstlichen Aufklärung (ISR) bis zum Bodenangriff (Swing-Rolle).“

Der Hauptgeschäftsführer von Leonardo, Alessandro Profumo, ergänzte: „Die Zusammenarbeit, die wir heute feiern, repräsentiert durch ein Flugzeug mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, ist das Ergebnis einer langfristigen, supranationalen, strategischen Vision – politisch und industriell –, die es Europa ermöglicht hat, über ein eigenes Sicherheitsplus zu verfügen und von einem Programm zu profitieren, das in der Lage war, ein technologischer Beschleuniger und ein in der Geschichte unseres Kontinents einzigartiger Entwicklungsmotor zu sein. Der Eurofighter-Taifun wird ein Innovations-Schlüsselelement sein, die darauf abzielt, die volle technologische Souveränität Europas in den kommenden Jahren zu sichern.“

Italien betreibt 95 Eurofighter

Nach der Übergabe flog ein Militärpilot den letzten Eurofighter für Italien von Caselle nach Istrana nordwestlich von Venedig. Dort wurde das Kampfflugzeug (Kennzeichen MM7356) in den Bestand der 51° Stormo aufgenommen. Auf dem Überführungsflug wurde der Jet von einem Eurofighter-Doppelsitzer begleitet, in dem auch General Rosso mitflog.

Italien hat bislang einen Eurofighter bei einem Flugunfall verloren. Am 24. September 2017 stürzte der einsitzige Eurofighter mit dem Kennzeichen MM7278 bei einer Flugvorführung im Rahmen einer Airshow vor der Küste von Terracina ab. Der Pilot kam bei dem Absturz ums Leben.

Auch nach der Übergabe des letzten Eurofighters für die Aeronautica Militare gehen aber die Lichter im Werk Caselle nicht aus: Dort produziert Leonardo noch die Eurofighter für die Luftstreitkräfte von Kuwait. Dem Eurofighter-Konsortium liegen derzeit Bestellungen für insgesamt 623 Flugzeuge vor: Neben den vier Partnerländern des Konsortiums (Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien), die bislang zusammen 472 Exemplare in Auftrag gegeben haben, gibt es Exportaufträge für das Muster aus Österreich (15), Saudi-Arabien (72), Oman (12), Katar (24) und Kuwait (28).

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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