Vor vier Jahren hatte sich die Bundesregierung nach intensiven Überlegungen dazu entschlossen, die F-35A Lightning II von Lockheed Martin als ersten Stealth Fighter der Luftwaffe zu beschaffe. Insgesamt wurden 35 Exemplare in Auftrag gegeben. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte das Verteidigungsministerium eine Vorlage an den Haushaltsausschuss des Bundestages geleitet, in dem eine Aufstockung der Zahl der bestellten Flugzeuge auf insgesamt 50 Exemplare vorgeschlagen wurde.
Nun hat der Hersteller in seinem Werk in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas die erste F-35A Lightning II für die Luftwaffe an das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr) übergeben. Bei der Zeremonie in Fort Worth war neben dem Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auch Oberst Samuel Mbassa, der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders (TLG) 33 aus Büchel in Rheinland-Pfalz anwesend.
An der Übergabezeremonie im Lockheed-Martin-Werk in Fort Worth nahm auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius teil. © Lockheed Martin
Minister Pistorius sagte: „Dies ist der Beginn einer neuen Ära für die Luftwaffe: Der neue Kampfjet F-35A ist das weltweit modernste Kampfflugzeug. Er zeichnet sich durch seine Tarnkappeneigenschaften, die enge Vernetzung mit anderen Plattformen und eine außergewöhnlich leistungsstarke Sensortechnologie aus. Die F-35A kann enorme Datenmengen erfassen und diese rasch zu einem umfassenden Lagebild zusammenführen. Die ersten Kampfjets werden noch in diesem Jahr ausgeliefert; die volle Einsatzbereitschaft soll bis 2029 erreicht sein. Damit bietet die F-35A eine entscheidende Schlüsselkompetenz – sowohl für die Luftwaffe als auch für die gesamte NATO. Gemeinsam mit 19 weiteren Nationen setzen wir die transatlantische Zusammenarbeit in die Praxis um – durch gemeinsame Standards, Technologien und Verfahren. Genau diese Interoperabilität eröffnet vielfältige Möglichkeiten für Ausbildung, Übungen und Einsätze und macht uns gemeinsam stärker.“
„Die F-35 ist mehr als nur ein Kampfflugzeug. Sie ist eine strategische Fähigkeit, die es Verbündeten ermöglicht, gemeinsam zu operieren, sich schneller anzupassen und neuen Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein“, sagte OJ Sanchez, Präsident von Lockheed Martin Aeronautics. „Während sich Deutschland auf die Übernahme seiner ersten F-35A vorbereitet, sind wir stolz darauf, auf eine mehr als 50-jährige Partnerschaft aufzubauen und eine Fähigkeit bereitzustellen, die die europäische Sicherheit stärkt und die Luftwaffe auf Jahrzehnte hinaus unterstützen wird.“
Die ersten F-35A bleiben zunächst in den USA
Die ersten acht F-35A werden jedoch nicht direkt nach Deutschland geliefert. Sie verbleiben für rund zwei Jahre in den USA auf der Ebbing Air National Guard Base bei Fort Smith im US-Bundesstaat Arkansas, wo sie zur Ausbildung der Techniker und der Piloten der Luftwaffe genutzt werden. Die heutigen Planungen sehen vor, dass 350 Techniker und 70 Piloten der Luftwaffe in den USA ausgebildet werden, bevor die Luftwaffe die Ausbildung weiterer Crews und Techniker selbst übernimmt.
Die erste F-35A Lightning II des TLG 33 soll nach aktuellen Planungen Ende 2027 in Büchel landen, wo der Stützpunkt mit hohem finanziellen Aufwand für die Aufnahme der F-35A modernisiert wurde. Beim TLG 33 wird zunächst der Panavia Tornado weiter im Parallelflugbetrieb stehen, bevor er ungefähr ab voraussichtlich 2030 ausgemustert wird und das TLG 33 als reines F-35A-Geschwader seine Aufgaben übernimmt.
Lockheed Martin hat nach eigenen Angaben bislang rund 1.355 F-35 Lightning II aller Versionen an Kunden übergeben. Die globale F-35-Flotte hat die Marke von einer Millione Flugstunden bereits überschritten.
Volker K. Thomalla
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