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Luftwaffe: Airbus A400M betankt A400M

Mit großen Schritten arbeitet das Lufttransportgeschwader (LTG) 62 am steten Fähigkeitsaufwuchs des Airbus A400M. Am 30. April konnte ein weiterer Meilenstein gesetzt werden: Erstmals wurde eine A400M des Lufttransportgeschwaders 62 von einer anderen eigenen A400M des Geschwaders in der Luft betankt.

3.05.2024

Am 30. April 2024 betankte eine A400M der Luftwaffe erstmalig eine andere A400M. © Luftwaffe

Das Luftbetankungsmanöver fand im Luftraum über der Nordsee statt. Zum Einsatz kamen die beiden mit der Centerline Hose and Drum Unit (HUD), der mittleren Schlauchposition am Rumpf, ausgerüsteten Flugzeuge Kennzeichen 54+44 (MSN132) und 54+45 (MSN135). Beide A400M wurden erst im November vergangenen Jahres (54+44) und März dieses Jahres (54+45) an das LTG 62 in Wunstorf übergeben.

Wenngleich beide Transportflugzeug nach Einführung im Einsatzverband schon zahlreiche unterschiedliche Missionen durchgeführt haben – darunter auch Luftbetankungseinsätze in den USA – so ist das nun erfolgte Rendezvous der mit einer HUD ausgerüsteten Transportflugzeuge eine Premiere. Damit führt das LTG 62 als erster Einsatzverband erfolgreich die Luftbetankung eines Großflugzeuges mit einer A400M durch. Derartige Operationen wurden zuvor nur 2016 von Airbus im Rahmen der Erprobung, Qualifizierung und Zulassung durchgeführt.

Fähigkeitszuwachs bei Luftbetankung

Seit Anfang März 2019 stehen A400M des LTG 62 bereits als „fliegende Tankstellen“ für Kampfflugzeuge zur Verfügung.  Mittels zwei an den Tragflächen montierten Behältern, so genannten AAR-Pods, lassen sich jeweils zwei Kampfflugzeuge oder Hubschrauber gleichzeitig in der Luft betanken. Die AAR-Pods können an jedem Airbus A400M des Geschwaders montiert werden. Aktuell sind die deutschen A400M unter anderem für Tornado und Eurofighter der Luftwaffe, französische Rafale, spanische Eurofighter und F/A-18, italienische Eurofighter, finnische F/A-18, britische Eurofighter und amerikanische F/A-18 zertifiziert.  Über die flügelmontierten AAR-Pods können jeweils bis zu rund 1.500 Liter Treibstoff pro Minute abgegeben werden.

Im Luftraum über der Nordsee führten zwei A400M des LTG 62 die Luftbetankung durch. Über die HUD betankt die 54+45 die ebenfalls mit HUD ausgerüstete 54+44. © Luftwaffe

Mit den nun zur Verfügung stehenden HUDs baut die Luftwaffe die Fähigkeit zur Luftbetankung aus. Über die HUD ist die Abgabe von rund 2.300 Litern Treibstoff pro Minute möglich. So können zukünftig auch Großflugzeuge wie die C-130J Super Hercules und nicht zuletzt auch die eigenen A400M in der Luft betankt werden, wie das erfolgte Luftbetankungsmanöver zeigte.

Der Airbus A400M ist nach Angaben des Herstellers momentan der einzige marktverfügbare Tanker, der zusätzlich zu den Luftbetankungssystemen an den Tragflächen diesen dritten Betankungspunkt hat und somit Großflugzeuge in der Luft betanken kann. Bis zu 30 Tonnen Treibstoff kann die A400M als Tanker mitführen und an andere Flugzeuge abgeben.

Bis zu zwölf A400M als Tanker einsetzbar

Das LTG 62 verfügt derzeit über die Möglichkeit – je nach Konfiguration – bis zu zwölf A400M als Tankflugzeug einsetzen zu können. Neben den beiden mit der HUD ausgerüsteten Maschinen können zehn weitere A400M mit den AAR-Pods an den Flügelstationen zu Tankern umgerüstet werden. Dabei können sowohl die A400M als logistischer Transporter wie auch die Version taktischer Transport genutzt werden. Die Luftwaffe wird somit ein großes Stück unabhängiger in ihrer Operationsführung und kann die Reichweite ihrer Flotte deutlich erhöhen.

Carsten Vennemann

 

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