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Mechaniker richten Millionen-Schaden an der Air Force One an

Mechaniker haben bei einer Routinewartung an einer der beiden Boeing VC-25A der US Air Force einen Millionenschaden angerichtet. Sie verwendeten ungeeignete Werkzeuge bei der Überprüfung der Sauerstoffanlage. Im schlimmsten Fall hätte durch diese Reparatur ein Feuer an Bord des Flugzeugs ausbrechen können.

13.05.2017

Die US Air Force betreibt zwei VC-25 als VIP-Flugzeuge für die US-Regierung. Wenn der Präsident an Bord ist, nutzen sie das Rufzeichen "Air Force One". © Elizabeth Slater/USAF

Aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der US Air Force (USAF) geht hervor, dass Mechaniker bei einer Routinewartung der VC-25A mit der Seriennummer TN 92-9000 Schäden angerichtet haben, die Reparaturen in Höhe von vier Millionen US-Dollar nach sich zogen. Die VC-25A sind zwei umgebaute Boeing 747-200, die von der USAF zum Transport des US-Präsidenten und hochrangiger Regierungsmitglieder verwendet werden. Die Flugzeuge nutzen, wenn der US-Präsident an Bord ist, das Rufzeichen „Air Force One“. Allerdings wird die Bezeichnung „Air Force One“ häufig synonym für die VC-25A verwendet.

Falsche Werkzeuge und falsche Arbeitsabläufe

Der Zwischenfall passierte bereits zwischen dem 1. und dem 10. April 2016. Allerdings wurde der Bericht darüber erst am Dienstag veröffentlicht. Drei Mechaniker von Boeing hatten im Rahmen der Wartung des Flugzeuges in der Boeing-Werft in Port San Antonio im US-Bundesstaat Texas, den Auftrag, das Sauerstoffsystem des Flugzeugs auf Leckagen zu überprüfen. Dabei verwendeten sie nicht nur falsche Mittel, sondern nutzen auch Werkzeuge, die mit Stoffen verunreinigt waren, die mit Sauerstoff reagieren. Sie demontierten einen Regler der Sauerstoffanlage, reinigten ihn vermeintlich und setzten ihn wieder zusammen. Reinigungsmittel, Werkzeuge und der Arbeitsablauf entsprachen nicht den Vorschriften.

Der Arbeitsablauf sieht unter anderem vor, dass gereinigte Komponenten innerhalb von zwei bis fünf Minuten verbaut sind oder in einer versiegelten Verpackung aufbewahrt werden müssen. Unter anderem missachteten die Mechaniker auch diese Vorgabe.

Air Force One hätte Feuer fangen können

Da Sauerstoff mit bestimmten Stoffen wie zum Beispiel Fett, reagiert, hätte es nach Angaben des Berichts im schlimmsten Fall zu einem Brand an Bord des Flugzeugs kommen können. Ein Feuer war allerdings nicht ausgebrochen. Bei dem Zwischenfall wurde auch niemand verletzt. Der angerichtete Schaden war allerdings gewaltig. Er belief sich auf vier Millionen US-Dollar für die Reinigung der Sauerstoffanlage. Boeing hat die Kosten für den Schaden übernommen.

Der Bericht sagt aus, dass Boeing bei dem Auftrag hinter dem Zeitplan lag und dass die Mitarbeiter seit Dezember 2015 sechs bis sieben Tage pro Woche in Zwölfstunden-Schichten arbeiteten. Der Bericht wirft dem Unternehmen vor, nicht ausreichend Aufsicht über den Betrieb geführt zu haben.

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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