Insgesamt acht neue Maritime Multimission Aircraft (MMA) Boeing P-8A Poseidon hat die Bundeswehr in zwei Losen bestellt. Drei Flugzeuge des ersten Loses konnten mittlerweile in Dienst gestellt werden und haben das Vorgängermodell Lockheed P-3C Orion als Seefernaufklärer und U-Jagd-Flugzeug abgelöst. Die beiden weiteren Flugzeuge des ersten Loses sollen im Herbst dieses Jahres beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz eintreffen. Sie haben ihre Erstflüge bereits absolviert und befinden sich in der Endausrüstung. Die drei weiteren Flugzeuge des zweiten Loses werden ab dem nächsten Jahr gebaut und bis 2029 ausgeliefert.
Kapitän zur See Broder Nielsen, der Kommandeur des Marinefliegerkommandos, vor der Boeing P-8A Poseidon auf der ILA 2026. © Carsten Vennemann
„Die P-8A ist ein Waffensystem von strategischer Bedeutung, nicht nur für die deutsche Marine und die Marineflieger, sondern auch für die gemeinsame Abschreckung und Verteidigung im Bündnis“, so Kapitän zur See Broder Nielsen. Die Einführung der P-8A Poseidon ist weit mehr als Ankunft eines neuen Flugzeuges, es ist der Übergang zu einer neuen Gefechtsführung in der Seeüberwachung und U-Boot-Jagd mit neuen Fähigkeiten, die Deutschlands Beitrag zur Sicherheit in der NATO deutlich aufwerten. „Acht Monate nach Einführung kann ich mit fester Überzeugung feststellen, dass sich das Programm sehr gut entwickelt hat“, so Nielsen. „Das Flugzeug hat seinen operationellen Wert bereits unter Beweis gestellt und die Geschwindigkeit der erzielten Fortschritte seit Einführung ist bemerkenswert“, stellt Nielsen fest.
Neue Fähigkeiten für maritime Kriegsführung
Ein wichtiger Meilenstein konnte bereits drei Monate nach Indienststellung der ersten P-8A Poseidon mit der Verlegung in den Indo-Pazifik-Raum nach Indien erreicht werden. Eine bemerkenswerte Leistung mit einem erst kurz zuvor neu eingeführten Flugzeug, meint Nielsen. Es folgten Verlegungen nach Sizilien im Rahmen der NATO-Übung Dynamic Manta im zentralen Mittelmeer, die Teilnahme am NATO-Manöver BALTOPS 2026 in der Ostsee sowie ein erster Übungseinsatz im schottischen Lossiemouth. Diese Aktivitäten ermöglichten eine erste Bewertung bestehender Taktiken und Einsatzverfahren und trugen zum Ausbau bereits bestehender Expertise gerade im multinationalen Einsatz bei. „Das hat nicht nur die Zuverlässigkeit des Flugzeugs unter Beweis gestellt, sondern auch die Professionalität und Leistungsfähigkeit der Crews und des Wartungspersonals demonstriert“, sagte Nielsen. „Das Flugzeug hat die Erwartungen hinsichtlich Sensorik, Missionssystem und Netzwerkfähigkeiten eindrucksvoll erfüllt.“ Mit dem erstellten Lagebild habe man so sehr effektiv zu multinationalen maritimen Operationen beitragen können.
Langfristig sei der gemeinsame Einsatz der P-8A Poseidon mit den unbemannten MQ-9B SeaGuardian geplant, von denen die Bundeswehr acht Systeme bestellt hat. Diese sollen ab 2028 ausgeliefert und ebenfalls im Marinefliegergeschwader 3 in Dienst gestellt werden.
Carsten Vennemann
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