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Schweizer Luftwaffe trainiert im Juni Autobahn-Landungen

Die Crews der Boeing F/A-18 Hornet der Schweizer Luftwaffe werden in diesem Sommer Starts und Landungen auf einer Autobahn üben. Dazu wird ein als Piste hergerichteter Abschnitt der Fernstraße gesperrt.

31.01.2024

In den 1980er Jahren trainierten die Jet-Piloten der Schweizer Flugwaffe regelmäßig Starts und Landungen von Autobahnen. © Schweizer Luftwaffe

Flugplätze sind bei einem Konflikt eine kritische militärische Infrastruktur. werden sie unbrauchbar gemacht, sind die Kampfflugzeuge der Streitkräfte nicht mehr einsatzbereit. Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 greift die Schweiz wieder auf Verfahren zurück, die schon im Kalten Krieg für eine bessere Risiko-Verteilung gesorgt hatten.

Bei der im Juni dieses Jahres stattfindenden Übung „Alpha Uno“ der Schweizer Luftwaffe werden erstmalig seit den 1980er Jahren wieder Fighter von einem gesperrten Abschnitt einer Schweizer Autobahn aus operieren. Einen entsprechenden Beschluss hat der Schweizer Bundesrat in seiner heutigen Sitzung gefasst. Derzeit verfügt die Schweizer Luftwaffe nur noch über drei Flugplätze für Fighter. Es sind dies Payerne, Emmen und Meiringen. Diese Konzentration der Flugzeuge mache die Kräfte anfällig und verwundbar, so die Schweizer Armee. Um dieses Risiko zu minimieren, setze die Luftwaffe unter anderem auf die Dezentralisierung als passive Luftverteidigungsmaßnahme. Die Luftwaffe solle auch von dezentralen, unter Umständen temporären Standorten aus operieren können.

Sperrung für maximal 36 Stunden

Für die Übung „Alpha Uno“ wird die Nationalstraße A1 zwischen den Anschlusstellen Avenches und Payerne für maximal 36 Stunden gesperrt. Der Übungszeitraum ist für den 4. bis zum 6. Juni angesetzt.

Spotter, die Interesse haben, die Übung aus der Nähe zu beobachten, können sich am Mitte Mai beim Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) anmelden. Die Zahl der Plätze ist limitiert.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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