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US-Regierung genehmigt F-35A-Verkauf an Deutschland

Nachdem Deutschland seinen Willen zum Kauf von F-35 offiziell geäußert hat, gab nun auch die US-Regierung grünes Licht für den Verkauf. Die Zahl von 35 F-35A Lightning II ist nicht überraschend, interessant ist bei der Exportgenehmigung vor allem die Liste der angeregten Zusatzausrüstung.

29.07.2022

Die italienischen Luftstreitkräfte hatten auf der ILA 2022 in Berlin eine ihrer F-35A Lightning II gezeigt. © Volker K. Thomalla

Die Rüstungsexportbehörde DSCA (Defense Security Cooperation Agency) der US-Regierung hat veröffentlicht, dass das US-Außenministerium den Verkauf von Lockheed Martin F-35A Lightning II Stealth Fightern an Deutschland im Rahmen eines bilateralen Regierungsgeschäftes FMS (Foreign Military Sales) genehmigt hat. Nun muss der Verkauf noch vom US-Kongress gebilligt werden. Die Zustimmung des Kongresses zu diesem Geschäft im Wert von voraussichtlich 8,4 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 8,3 Milliarden Euro) gilt aber als sicher. 

Bei einem FMS-Vertrag kauft der Kunde die Rüstungsgüter nicht direkt beim Hersteller, sondern von der US-Regierung. FMS-Verträge durchlaufen schneller und einfacher den Exportgenehmigungsprozess. Die Genehmigung des Außenministeriums ist die Grundlage für die Verhandlungen zwischen den Regierungen. Nicht immer wird auch das, was angefragt ist, am Ende auch in der genehmigten Anzahl gekauft.

Genaue Auflistung der Ausrüstung

Die DSCA listet genau auf, welche Zusatzausrüstung und welche Dienstleistungen die Bundesregierung für ihre F-35A angefragt hat. Die Kosten dafür sind in dem genannten Auftragswert enthalten. Dazu gehören unter anderem: 

  • 37 Pratt & Whitney F135-PW-100 Triebwerke – von denen zwei als Ersatztriebwerke dienen
  • 105 Luft-Luft-Raketen AIM-120C-8 AMRAAM 
  • 4 AIM-120C-8 AMRAAM Guidance Sections 
  • 75 Luft-Boden-Marschflugkörper AGM-158B/B2 JASSM-ER
  • 344 GBU-53 Small Diameter Bomben 
  • 162 Rüstsätze BLU-109 für GBU-31-1.000-kg-Bomben (Hardened Penetrator Bombs)
  • 264 MK-82 226-kg General Purpose Bomben 
  • 180 KMU-557 Joint Direct-Attack Munition (JDAM) Rüstsätze für GBU-31
  • 246 KMU-572 JDAM Rüstsätze für GBU-54-Bomben
  • 75 AIM-9X Block II+ Sidewinder-Luft-Luft-Flugkörper
  • 30 AIM-9X Block II Sidewinder Training Missiles 
  • Chaff und Flares 
  • Sichere Kommunikationssysteme
  • IFF-Systeme
  • Full Mission Simulatoren und Ausbildungsgeräte für einzelne Systeme.

Bei den Simulatoren ist bemerkenswert, dass Full Mission- und nicht nur Full-Flight-Simulatoren angefragt wurden. In Full Mission-Simulatoren für die F-35 können Piloten komplette Missionen trainieren und nicht nur das reine Fliegen. Die US-Streitkräfte vernetzen derzeit ihre F-35-Simulatoren, so dass sogar Formationsflüge oder vernetzte Missionen zwischen Simulatoren und echten Flugzeugen geübt werden können.

Logistik und Maintenance-Unterstützung sowie die Unterstützung bei der Überführung der Fighter nach Deutschland sind ebenfalls in dem Verhandlungspaket enthalten. 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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