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Zweite A400M der Luftwaffe in Kabul wieder gestartet

Nachdem gestern nur sieben Menschen von der Luftwaffe mit einem Airbus A400M aus Kabul ausgeflogen werden konnten, waren bei einem zweiten Flug heute 125 Evakuierte an Bord. Die Lage ist jedoch nach wie vor sehr dynamisch, es ist nicht klar, wie lange die Taliban die Evakuierungsflüge noch dulden.

17.08.2021

Die A400M der Luftwaffe bringen die Evakuierten nach Tashkent in Usbekistan, von wo aus sie mit zivilen Flugzeugen nach Deutschland geflogen werden. © Bundeswehr

Nachdem gestern nur ein Airbus A400M der Luftwaffe auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte landen können – und dass auch nur nach fast fünfstündigem Warten in der Luft – ist heute eine zweite A400M der Bundeswehr auf dem Flughafen von Kabul gelandet, um deutsche Bundesbürger und afghanische Ortskräfte aufzunehmen.

Gestern waren drei A400M aus Wunstorf sowie ein Airbus A310 aus Köln zum Evakuierungseinsatz nach Kabul gestartet. Aufgrund der chaotischen Zustände am und um den Airport herum – unter anderem waren zunächst Hunderte von Menschen auf das Vorfeld des zivilen Teils des Flughafens gestürmt, danach hatten sie auch die einzige Start- und Landebahn blockiert, um einen Flug aus dem geschundenen Land heraus zu ergattern.

US-Streitkäfte sichern den Airport

Am Abend hatten US-Streitkräfte die Lage auf dem Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht und die Menschen von der Start- und Landebahn vertrieben, so dass wieder ein Flugbetrieb möglich war. Die US Air Force hat die Flugverkehrskontrolle am Airport übernommen. Da der erste Airbus A400M der Luftwaffe schon nach 30 Minuten wieder starten musste, konnten nur sieben Menschen an Bord des Militärtransporters gehen, um nach Taschkent in Usbekistan ausgeflogen zu werden. Der Transporter hatte auch deutsche Fallschirmjäger nach Kabul gebracht, die zur Sicherung der deutschen Evakuierungs-Luftbrücke eingesetzt werden.

Ab jetzt soll ein Pendelverkehr mit den A400M Flüchtende aus Kabul nach Usbekistan ausfliegen, so lange es die herrschenden Taliban erlauben. Das Bundesverteidigungsministerium twitterte: „Die Lage in Kabul ist extrem unübersichtlich. Es gilt nach wie vor: Wir fliegen solange wie möglich, so viele Schützende wie möglich aus Afghanistan aus.“  

Beim Start des zweiten Airbus A400M aus Kabul waren dann nach Angaben des Verteidigungsministeriums 125 Menschen an Bord. Sie werden von Taschkent aus mit zivilen Flugzeugen nach Deutschland gebracht.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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