Homepage » Aero-Kultur » Flugzeugkennzeichen: Wo kommt das denn her?

Das Thema Flugzeugkennzeichen könnte einen ganzen Abend füllen. Über 200 verschiedene Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen zeigen die Zugehörigkeit eines individuellen Luftfahrzeuges zu dem Staat, in dem es registriert ist. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt, manche sind wirklich leicht zu erkennen, aber einige dürften eine Herausforderung darstellen.

17.05.2020

Das Länderkennzeichen LN ist wahrscheinlich nicht jedem sofort geläufig, oder? © V. K. Thomalla

Fluglotsen und Luftfahrtenthusiasten sind die gebräuchlichsten Länderkennzeichen von Flugzeugen geläufig. Seit 1919 gibt es eine internationale Übereinkunft darüber, dass Flugzeuge individuelle Kennzeichen zu führen haben, aus denen das Land, in dem das Luftfahrzeug registriert ist, hervorgeht. Die Buchstabenvergabe orientierte sich an den Buchstaben der Kennungen der nationalen Funkstationen. Bei der Gründung der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation 1944 wurde diese Regelung in den Artikel 20 des bis heute gültigen Chicagoer Abkommens übernommen.

Hätten Sie’s gewusst?

Den Buchstaben F als ersten Buchstaben einer Luftfahrzeugregistrierung als Länderkennzeichen für Frankreich zu identifizieren, fällt nicht schwer. Auch I- für Italien, OE- für Österreich oder SE- für Schweden lassen sich leicht ableiten. Aber HZ-, XZ- oder EP- haben mit dem Ländernamen wenig gemein. Sie stehen für Saudi-Arabien (HZ-), Myanmar (XZ-) und Iran (EP-). Da die Zahl der vergebenen Staatszugerhörigkeitskennzeichen größer ist als die zur Verfügung stehenden Buchstaben-Kombinationen werden auch Kombinationen aus Buchstaben und Ziffern vergeben. 9V steht beispielsweise für Singapur, 9K für Kuwait und 9M für Malaysia.

Unterschiedliche Regelungen erlaubt

Manche Länder haben auch mehrere Kennzeichen-Kombinationen für ihre Luftfahrzeuge. Flugzeuge aus Brasilien können die Kennzeichen PP-, PR-, PT- oder PU- tragen, irische Flugzeuge EI- und EJ und neuseeländische ZK-, ZL- oder ZM-, wobei die Luftfahrtbehörde der südpazifischen Inselrepublik bei Flugzeugen, die ausschließlich innerhalb des Landes fliegen, er erlaubt, dass die ersten beiden Buchstaben des Kennzeichen nicht einmal sichtbar angebracht sein müssen.

Luftfahrzeugkennzeichen unterliegen auch politisch bedingten Änderungen. Das Saarland beispielsweise verfügte zwischen 1949 und 1959 über eine eigene Luftfahrzeugrolle, in die 35 Flugzeuge eingetragen waren. Sie trugen das Kennzeichen SL-. Andere obsolete Länderkennzeichen sind VR-H für Hongkong, und DDR- und DM- für die DDR.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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