Homepage » Aero-Kultur » Planes of Fame Air Museum Schatztruhe für Warbird-Liebhaber

Planes of Fame Air Museum Schatztruhe für Warbird-Liebhaber

Das Planes of Fame Air Museum in Chino in Kalifornien beherbergt viele orginale Flugzeuge, von denen ein Großteil flugfähig ist. Trotzdem warten viele weitere Schätze auf ihre Restaurierung. Das Museum ist auch wegen seiner Modellsammlung einen Besuch wert.

12.11.2019

Die F-86F Sabre des Planes of Fame Air Museum ist flugfähig. © Volker K. Thomalla

hier geht es zurück zu Teil I:

Dass in einem US-Luftfahrtmuseum eine North American P-51 Mustang nicht fehlen darf, ist selbstredend. Aber das Planes of Fame Air Museum wäre nicht das Planes of Fame Air Museum, wenn es nicht gleich zwei besondere Exemplare des legendären Jagdflugzeugs im Bestand hätte. Einmal handelt es sich um eine P-51A, also die erste Version des Jagdflugzeugs. Die „Miss Virginia“, so der Spitzname dieses Flugzeugs wurde 1943 gebaut und fliegt seit ihrer Restaurierung 1981 wieder regelmäßig am Himmel über Kalifornien.

Diese P-51D Mustang hat mehrfach die Reno Air Races gewonnen. © Volker K. Thomalla

Die zweite Mustang des Museums ist eine zu einem Rennflugzeug umgebaute P-51D. Das unter dem Namen „Voodoo“ bekannte Flugzeug hat mit dem Piloten Steve Hinton in den Jahren 2013, 2014 und 2016 die berühmten Reno Air Races gewonnen. „Voodoo“ hat einen Ehrenplatz im Hangar und wird nur noch einmal im Jahr, bei der Planes of Fame Air Museum Air Show, dem Publikum im Flug präsentiert.

Noch unrestauriert präsentiert das Museum seine Curtiss Robin. Die Einmot wurde berühmt, weil einem ihrer Piloten ein „kleiner“ Navigationsfehler unterlaufen war. Douglas Corrigan wollte am 17. Juli 1938 von New York nonstop mit der Curtiss Robin nach Kalifornien fliegen und landete 28 Stunden später in Dublin in Irland. Er erhielt daraufhin den Spitznamen „Wrongway“ Corrigan, denn er hatte seinen Fehler damit begründet, dass er in Wolken eingeflogen und deshalb verwirrt war. Er wollte seinen Fehler erst zehn bis zwölf Stunden nach dem Start bemerkt haben und fürchtete, dass er es nicht mehr zurück bis zur Küste schaffen würde.

„Wrongway“ Corrigan landete in Dublin

Es gab wenige Menschen, die ihm diese Geschichte glaubten, denn der begnadete Mechaniker und Pilot hatte sich die Curtiss Robin aus Ersatzteilen zusammengebaut und vor seinem Flug die Luftfahrtbehörde um Erlaubnis gebeten, wie sein großes Vorbild Charles Lindbergh, den Atlantik zu überqueren. Die Behörden hatten den Antrag abgelehnt. Den Rückweg in die USA traten Corrigan und seine Curtiss Robin an Bord eines Schiffes an.

Die Sammlung deutscher und japanischer Flugzeuge des Museums ist beachtlich. Neben einer Focke-Wulf Fw 190 A-8, zwei Messerschmitt Bf 109 und einer Heinkel He 162 verfügt das Museum auch über Nachbauten einer Bachem Natter, einer Heinkel H 100 sowie einer Heinkel He 178, des ersten flugfähigen Jets. Zu den japanischen Schätzen in Chino zählen einer der wenigen erhaltenen Mitsubishi A6M5 Zero, eine von nur zwei erhaltenen Mitsubishi J8Mi Shusui – der japanische Nachbau der Me 163 Komet – sowie eine Mitsubishi J2M3 Raiden. Nicht zu vergessen ist die MXY-7 Ohka, das erste Flugzeug der Sammlung von Ed Maloney.

Flugzeugträger-Feeling

Den Warbirds der US Navy gilt ein spezieller Hangar, denn er gibt den Besuchern das Gefühl, das Hangardeck eines Flugzeugträgers aus dem Zweiten Weltkrieg zu besichtigen. Eng gepackt stehen TBM Avenger, Douglas Dauntless und Chance-Vought Corsair zusammen. Auch eine Grumman Panther aus der Zeit des Korea-Krieges hatte sich beim Besuch von Aerobuzz in Chino unter die Weltkriegs-Veteranen gemischt. Die Besucher können die Flugzeuge von einer Galerie aus besichtigen.

Darüber hinaus gibt es einen Model Room, in dem ein Großteil der 5.000 Flugzeugmodelle des Museums ausgestellt sind. Maloney war Zeit seines Lebens ein begeisterter Modellbauer und hat andere inspiriert, ebenfalls Flugzeugmodelle zu bauen. Dem Museum gehören noch Hunderte ungebauter Modelle, um die sich freiwillige Helfer kümmern. Die Sammlung kann nicht jeden Tag besichtigt werden, aber nach Anmeldung freuen sich die Bastler auf jeden Besuch. Samstag ist der Model Room immer offen.

Ed Maloney, der 2016 im Alter von 88 Jahren starb, war Luftfahrt-Historiker und hatte deshalb auch eine große Bibliothek aufgebaut. Sie steht im Planes of Fame Air Museum allen Interessierten zur Verfügung, die historische Forschungen zu Luftfahrt-Themen betreiben. Die Mitarbeiter dort arbeiten ehrenamtlich und freuen sich, wenn sie helfen können. Wie viele Bücher die Bibliothek umfasst, weiß allerdings derzeit niemand, denn die Tausende von Büchern werden erst nach und nach katalogisiert.

Planes of Fame Air Museum Chino

Adresse: 14998 Cal Aero Drive, Chino, CA 91710-9085 Kalifornien, USA
Internet: https://planesoffame.org
Öffnungszeiten: So. bis Fr.  10 bis 17 Uhr, Sa. 09. bis 17.00 Uhr. Ruhetag, 25. Dez. und Thanksgiving
Eintritt: Erwachsene: 15,00 US-Dollar, Kinder 5 bis 11 Jahre: 6,00 US-Dollar

Dieser Lockheed F-104G Starfighter wurde 1964 von Sabca in Belgien gebaut und diente bis 1987 bei den belgischen Luftstreitkräften. © V. K. Thomalla

Ausgewählte Highlights: Bell P-39N Airacobra, Bell YP-59A Airacomet,  Boeing P-26A Peashooter, Boeing P-12E, Boeing B-17G Flying Fortress, Bristol F.2b Brisfit, Canadair CT-33 Silver Star, Cessna L-19 Bird Dog, Curtiss P.40N Warhawk, Douglas D-558-II Skyrocket, Douglas AD-4N Skyraider, Douglas A-4 Skyhawk, Fieseler Fi 103/V1, Grumman Tigercat, Heinkel H 100D, Jakowlew Jak-3U, Laister-Kauffman TG4A Yankee Doodle, LTV A-7A Corsair II, Lockheed L-18 Lodestar, Lockheed P-80A Shooting Star, Lockheed P-38 Lightning, Lockheed F-104 G Starfighter, MiG-21R, Mig-15UTI, Mooney M-18C Mite, North American F-100D Super Sabre, North American T-2A Buckeye, North American B-25J Mitchell, Northrop F-89J Scorpion, Piper L-4 Grasshopper, Republic P-47G Thunderbolt, Republic F-84F Thunderstreak, Ryan FR-1 Fireball, Seversky 2PA/AT-12 Guardsman, Stearman Model 75 Kaydet, Vought F4U-1A Corsair, Vultee BT-13B Valiant.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Bell UH-1D „Goodbye Huey“ geht auf Abschiedstour

In den Niederlanden soll ein Starfighter wieder fliegen

Die Lufthansa Ju 52 und die L1649 kommen nach Bremen

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.