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Noemi Aerospace weitet die Anwendungen für sein E-Amphibium aus

Strategiewechsel beim Hersteller des vollelektrisch angetriebenen Amphibienflugzeugs NOEMI. Es soll die Basis eine ganzen Flugzeugfamilie bilden, wobei Noemi Aerospace aus Norwegen versucht, erstaunlich viele Eisen gleichzeitig zu schmieden.

22.05.2026

Das Amphienflugzeug könnte auch wertvolle Dienste als Wasserbomber leisten. © Noemi Aerospace

Das 2018 noch unter dem Firmenname Elfly Group gegründete Unternehmen hat sich umbenannt und firmiert jetzt unter dem Namen Noemi Aerospace. NOEMI ist ein Akronym und steht für „No Emissions“, auf deutsch: Keine Emissionen. Damit beschreibt der Unternehmensname auch die Mission, die die Gründer verfolgen: Sie wollen Flugzeuge entwickeln, die keine lokalen Emissionen erzeugen. Ursprünglich war vorgesehen, das erste E-Amphibium NOEMI schon im Jahr 2025 in die Luft zu bringen. Das Flugzeug NOEMI schreibt sich in Großbuchstaben, der Firmenname Noemi Aerospace in einer Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben.

Das Unternehmen hat nicht nur seinen Namen geändert, sondern auch seine Geschäftsstrategie modifiziert. Stand bislang die Entwicklung und Zulassung eines vollelektrisch angetriebenen Amphibienflugzeugs für den regionalen Passagiertransport im Vordergrund, so weitet das Unternehmen nun seinen Fokus und betrachtet auch andere Anwendungen für die NOEMI – obwohl der regionale Passagiertransport als Kernentwicklung verfolgt wird.

Die Basis für alle Versionen der NOEMI-Flugzeugfamilie bildet auch künftig das elektrisch angetriebene Amphibium. © Noemi Aerospace

Eric Lithun, der Gründer und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Noemi Aerospace, sagte: „NOEMI war von Anfang an als mehr als nur ein einzelnes Flugzeug konzipiert. Wir bauen eine Plattform auf, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und mehrere Märkte bedienen kann – und dabei auf gemeinsame Technologien, Ingenieursleistungen und Zertifizierungswege zurückgreift.“

Geeignet für SAR- und Löschmissionen

Zu den möglichen Anwendungen gehört der Frachttransport, Such- und Rettungsdienst, maritime Patrouillen, Löschmissionen, Special Mission sowie das Absetzen von Fallschirmspringern. Noemi Aerospace sieht NOEMI künftig nicht mehr nur als Amphibienflugzeug sondern kann sich auch eine Version mit einem festen Fahrwerk und modifiziertem Rumpf vorstellen.

NOEMI Aerospace denkt auch über eine Version seines Flugzeugs mit festem Fahrwerk nach. © Noemi Aerospace

Auch bei den Antrieben macht Noemi Aerospace eine Kehrtwende. Das Unternehmen kündigte an: „Während das vollelektrische Amphibienflugzeug den zentralen Geschäftszweck darstellt, könnten künftige Missionsanforderungen hybrid-elektrische oder konventionelle, kraftstoffbasierte Konfigurationen erforderlich machen, sofern eine größere Reichweite, Nutzlast oder Missionsflexibilität benötigt wird.“

Noemi Aerospace geht nach heutiger Planung davon aus, dass er gelingen wird, den ersten NOEMI-Prototyp 2027 in die Luft zu bringen, und die ersten Flüge mit zahlenden Passagieren schon 2030 durchzuführen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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