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Erstflug des ersten drohnengestützen Frühwarnsystems LoyalEye

Die Kombination eines bewährten Radarsystems mit einer bewährten, unbemannten fliegenden Plattform stellt eine vielversprechende Lösung für Frühwarnsysteme dar. Saab und General Atomics haben mit dem LoyalEye-Radar und der MQ-9B-Drohne ein solches Paket geschnürt.

22.05.2026

Der erste Prototyp der AWACS-Drohne mit dem LoyalEye-Radar ist am 19. Mai 2026 in Kalifornien zum ersten Mal geflogen. © Saab

Im Sommer 2025 haben der schwedische Technologiekonzern Saab und der US-Drohnenhersteller General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Bau eines Frühwarnsystems auf Basis der MQ-9B angekündigt. Die erste Frühwarndrohne UAEW (Unmanned Airborne Early Warning) ist am 19. Mai 2026 nun zum ersten Mal geflogen, teilten beide Projektpartner mit.

Der Flug fand vom Desert Horizon-Startplatz im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien statt. Mit diesem Erstflug wurde die Flugerprobungs- und Testphase des Programms gestartet, die mehrere Monate dauern wird. Am Ende dieser Phase steht eine Demonstration der kompletten Fähigkeiten des Systems, so Saab. Diese Demonstration soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Bei der Frühwarndrohne sind die Sensoren in zwei länglichen Pods rechts und links unter den Tragflächen der von einem Turboprop-Triebwerk angetriebenen Drohne untergebracht.

Längere Einsatzdauer, größere Reichweite

Carl Johan Bergholm, der Leiter des Geschäftsbereichs Überwachung, sagte: „LoyalEye auf der MQ-9B bietet entscheidende luftgestützte Sensorik und unterstützt dabei eine verlängerte Einsatzdauer sowie eine erweiterte operative Reichweite. Als Ergänzung zu bemannten Systemen zielt es darauf ab, das Lagebewusstsein zu verbessern und – in Kombination – eine größere operative Reichweite und Flexibilität zu ermöglichen.“

Saab sieht die neue Frühwarndrohne einerseits als Ergänzung von anderen luftgestützten Plattformen wie dem modifizierten Business Jet GlobalEye, andererseits aber auch als Einzellösung zum Beispiel beim Einsatz von Marine-Einheiten auf See.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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