Homepage » Business Aviation » Aerion Supersonic holt Liebherr-Aerospace an Bord

Mit Liebherr-Aerospace gibt es nun einen weiteren europäischen Zulieferer für den überschallschnellen Business Jet AS2 von Aerion Supersonic. Das Unternehmen wird das integrierte Luftmanagementsystem für den neuen Jet liefern, das ohne Zapfluft aus den Triebwerken arbeitet.

8.09.2020

Aerion hat seinen Überschall-Business-Jet AS2 erneut stark überarbeitet und wird seinen Firmensitz nach Florida verlegen. © Aerion Supersonic

Der Flugzeughersteller Aerion Supersonic trifft nach Jahren des Forschens und der Entwicklung in diesem Jahr wichtige Entscheidungen bei seinem Projekt eines überschallschnellen Geschäftsreisejets. Nachdem das Unternehmen im April verkündete, seinen Firmensitz nach Florida zu verlegen, um dort die Produktion der AS2 aufzubauen, und die Konfiguration des Flugzeugs noch einmal veränderte, hat es nun mit Liebherr-Aerospace Toulouse SAS aus Toulouse einen weiteren europäischen Zulieferer für seinen Überschalljet benannt. Liebherr-Aerospace wird das integrierte Luftmanagementsystems für die AS2 entwickeln und produzieren. Weitere Zulieferer für die AS2 sind Safran Landing Systems, Spirit AeroSystems und GKN Aerospace.

Die offizielle Zusammenarbeit zwischen Aerion und Liebherr begann aber schon Mitte 2019, als die beiden Unternehmen an Vorentwürfen für das integrierte Luftmanagementsystem der dreistrahligen AS2 arbeiteten. Nach den ersten technischen Gesprächen einigten sich die Partner auf ein elektrisches Klimatisierungsaggregat (Electrical Pack) der nächsten Generation mit integriertem Luftmanagementsystem.

Keine Zapfluft aus den Triebwerken

Das Electrical Pack, an dem Liebherr-Aerospace bereits seit mehreren Jahren arbeitet, markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem umweltfreundlicheren Flugzeugbetrieb. Anstelle der herkömmlichen Methoden zur Nutzung der Zapfluft aus den Triebwerken des Flugzeugs saugt die von Aerion gewählte Konstruktion Außenluft aus einem Einlass an der Vorderkante der Flügel-Strake an. Die Luft wird dann mittels eines elektrisch betriebenen Turbokompressors komprimiert und der Treibstoffverbrauch somit im Vergleich zu heutigen Zapfluftsystemen erheblich reduziert.

Das Affinity-Triebwerk von GE Aviation für die Aerion AS2 wird einen zweistufigen Fan erhalten. © GE Aviation

Francis Carla, Chief Technology Officer bei Liebherr-Aerospace & Transportation SAS, sagte: „Die Entwicklung eines Luftmanagementsystems, das auch bei Überschallgeschwindigkeit zuverlässig funktioniert, ist mit vielen Herausforderungen verbunden, die wir gemeinsam mit dem Team von Aerion meistern werden. Liebherr verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen in der Entwicklung von Luft- und Temperaturmanagementsystemen für kommerzielle und militärische Flugzeuge, von denen der AS2 zweifellos profitieren wird.“

Bereits im Oktober 2018 hatte Aerion bekanntgegeben, dass GE Aviation mit dem Affinity-Turbofan ein Triebwerk für den dreistrahligen Überschalljet entwickelt. Das Triebwerk soll die strengen Lärmgrenzwerte nach Stage 5 erfüllen und die Emissionsgrenzen unterschreiten. Aerion und GE Aviation haben die AS2 so ausgelegt, dass sie ohne Nachbrenner auf Überschallgeschwindigkeit kommt und mit 100 Prozent synthetischem Treibstoff fliegen kann. Der Jet ist für eine Reiseflughöhe von 60.000 Fuß (18.288 Meter) und eine Reisegeschwindigkeit von Mach 1.4 ausgelegt. Bei einem Transatlantikflug sparen die Reisenden so rund drei Stunden Zeit ein. Die Kabine der AS2 ist für zwölf Passagiere ausgelegt.

Aerion Supersonic plant, die Produktion der AS2 im Jahr 2023 zu starten. Die Indienststellung des Überschall-Business-Jets ist nun für 2026 angestrebt.

 

 

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