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Cessna Citation stürzt nach Geisterflug in die Ostsee

Gestern Abend ist ein Business Jet des Typs Cessna Citation II/SP auf dem Weg von Spanien nach Deutschland vor Schweden in die Ostsee gestürzt. Das Flugzeug durchquerte als Geisterjet den Luftraum von Frankreich und Deutschland. 

5.09.2022

© VKT Words and Wings 2018

Die Cessna Citation II/SP mit der österreichischen Registrierung OE-FGR und der Hersteller-Seriennummer 551-0021 war kurz vor 13.00 Uhr UTC vom Flughafen Jerez-La Parra im Süden Spaniens zu einem Flug zum Köln Bonn Airport gestartet. An Bord befanden sich nach bisher vorliegenden Informationen vier Personen. Über Frankreich hatte der Pilot der Flugsicherung noch Probleme mit dem Kabinendruck gemeldet. Danach riss der Funkkontakt ab, und das Flugzeug flog als Geisterjet weiter.

Die französische Armée de l’air et de l’espace ließ daraufhin ihre Alarmrotte aufsteigen, die die Citation II/SP bis zur deutschen Grenze begleitete. Auch ihr gelang es nicht, Kontakt mit dem Business Jet aufzunehmen. Im deutschen Luftraum begleiteten zwei Eurofighter der Luftwaffe – zunächst zwei aus Neuburg/Donau, danach zwei aus Rostock-Laage – den Jet. Nach Angaben der Besatzungen konnten sie niemanden im Cockpit erkennen.

Alarmrotten begleiteten den Geisterjet

Das 1979 gebaute Flugzeug durchquerte den deutschen Luftraum in einer Höhe von 31.000 Fuß und flog nördlich von Rügen auf die Ostsee hinaus. Dort wurde die OE-FGR zunächst von einer dänischen F-16 begleitet, anschließend von der Alarmrotte der Luftwaffe aus Ämari in Estland, die derzeit dort das Air Policing im NATO-Auftrag durchführt.

Nach insgesamt 4 Stunden und 50 Minuten Flugzeit ging der Jet in eine Steilspirale und stürzte mit einer vertikalen Geschwindigkeit von 8.000 Fuß pro Minute vor der litauischen Küste in die Ostsee. Die schwedische Küstenwache war kurz nach dem Absturz mit einer Dash 8 am Unfallort und entdeckte Wrackteile und einen Ölfilm. Eine AW139 der Küstenwache flog ebenfalls zur Unfallstelle.

Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass es keine Überlebenden gibt.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen. Er hat mehr als 40 Jahre für der CAA-NL gearbeitet, sein letzter Job war Inspekteur für Flugausbildung in den Niederlanden.

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