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Die Falcon 6X ist nach ihrem Erstflug wieder gelandet

Nach einer Flugzeit von rund zweieinhalb Stunden ist der neueste Business Jet von Dassault Aviation, die Falcon 6X, wieder auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac gelandet. Während des Erstfluges beschleunigten die Piloten den Widebody-BizJet auf eine Geschwindigkeit von Mach 0.80.

10.03.2021

Freude mit Abstand: Das Falcon 6X Flight Test Team nach dem Erstflug am 10. März 2021. © Dassault Aviation

Nach rund zweieinhalb Stunden Flugzeit landete die Dassault Falcon 6X mit der Seriennummer s/n 01 wieder auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac, von dem aus sie auch zu ihrem Erstflug gestartet war. Die beiden Testpiloten Bruno Ferry und Fabrice „Tom“ Valette arbeiteten während des Jungfernflugs des neuen Musters den Testplan ab. Zunächst testeten sie das grundlegende Handling des von zwei PW812D-Turbofans angetriebenen Jets in verschiedenen Flughöhen. Dann prüften sie die Reaktion der Triebwerke auf verschiedene Eingaben sowie die unterschiedlichen Flugzeugsysteme. Auf dem ersten Flug ließen sie den Jet mit dem Testkennzeichen F-WSIX auf eine maximale Höhe von 40.000 Fuß steigen und beschleunigten ihn bis zu einer Geschwindigkeit von Mach 0.80.

Dassault Falcon 6X

Bei dem Erstflug wurde die Dassault Falcon 6X über längere Zeit von einem Alpha Jet als Chaseplane begleitet. Bruno Ferry sagte nach der Landung: „Die 6X flog genau so, wie es unsere Modelle vorausgesagt hatten. Aus der Sicht eines Piloten fliegt sie wie eine Falcon, das heißt mit einem perfekten, präzisen Handling in allen Flugphasen. Fabrice und ich fühlen uns geehrt, den jüngsten Erstflug in einer weiteren fantastischen Falcon gemacht zu haben.“

Trotz des gelungenen Erstfluges, der pünktlich zu dem Zeitpunkt stattfand, der beim Programmstart im Februar 2018 angekündigt worden war, lag Trauer über dem Ereignis. Eric Trappier, der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Dassault Aviation, sagte: „Der heutige Flug ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Dassault, der durch die bemerkenswerten Anstrengungen der gesamten Dassault-Organisation und ihrer Partner während des herausfordernden letzten Jahres noch befriedigender geworden ist. Wir widmen die heutige Leistung Olivier Dassault, der am Sonntag auf tragische Weise ums Leben kam. Olivier war ein Falcon-Pilot, der die grenzenlose Leidenschaft seiner Familie für die Luftfahrt perfekt verkörperte.“

Verschmelzung von militärischem und zivilem Know-how

Er fügte hinzu: „Die 6X ist das jüngste Beispiel für die Verschmelzung von militärischem Know-how und Expertise in der Geschäftsluftfahrt, für die Dassault Aviation so geschätzt wird. Ihre neuen Fähigkeiten in Sachen Effizienz, Leistung und Sicherheit, werden einen neuen Maßstab im Langstreckensegment setzen. Dieses Flugzeug wird auch einen neuen Standard in Bezug auf Kabinenkomfort und Geräumigkeit setzen, so wie es von unseren Kunden gefordert wird.“

Der nächste Flug der F-WSIX wird von Bordeaux-Mérignac nach Istres in der Nähe von Marseille führen, wo Dassault ein Flugtestzentrum unterhält und wo der größte Teil der Flugerprobung stattfinden wird. Die beiden nächsten Falcon 6X sind bereits endmontiert und werden nach Angaben des Herstellers in den kommenden Monaten ihre Erstflüge absolvieren.

Die Falcon 6X ist für eine Reichweite von 5.500 nautischen Meilen (10.186 Kilometer) ausgelegt. Sie soll eine maximale Geschwindigkeit von Mach 0.90 erreichen. Die Spannweite der 6X beträgt 25,94 Meter, die Länge 25,68 Meter und die Höhe 7,47 Meter. Die Betriebsleermasse der 6X liegt bei 20.830 Kilogramm, als maximale Startmasse gibt der Hersteller 35.135 Kilogramm an, die maximale Landemasse beträgt 30.025 Kilogramm. Trotzdem ist das Flugzeug in der Lage, auf Plätzen mit Steilanflügen oder kurzen Pisten zu landen beziehungsweise zu starten. Dassault strebt auch für die Falcon 6X die Zulassung für den anspruchsvollen London City Airport an. Die 12,30 Meter lange und 2,58 Meter breite Kabine bietet Platz für eine Bestuhlung mit maximal 19 Passagiersesseln. Typischerweise werden aber eher 12 bis 14 Sitze für Fluggäste installiert.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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