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Die Gulfstream G600 hat ihre Musterzulassung erhalten

Gulfstream Aerospace hat ein neues Flaggschiff: Die G600 hat gestern sowohl ihre Muster- als auch ihre Produktionszulassung von der US-Luftfahrtbehörde FAA erhalten. Damit sind beide Flugzeugtypen des als Doppelprogramm gestarteten G500-/G600-Programms zertifiziert.

29.06.2019

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat der Gulfstream G600 im Juni 2019 die Musterzulassung erteilt. © Gulfstream Aerospace

Es ist geschafft: Gestern hat Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia die ersehnte Muster- und Produktionszulassung für sein neues Flaggschiff, die Gulfstream G600, von der US-Luftfahrtbehörde FAA erhalten. Die G600 ist das zweite und größere Muster in dem als Doppelprogramm gestarteten G500-/G600-Business Jet-Programm des Herstellers. Beide Business Jets werden von den effizienten Turbofans PW800 PurePower von Pratt & Whitney Canada angetrieben.

Gulfstream G600

Zu Beginn des Programms im Oktober 2014 hatte der Hersteller noch mit einer früheren Zulassung und Indienststellung gerechnet. Der Erstflug der G600 erfolgte am 17. Dezember 2016 zwar früher als im Programmfahrplan vorgesehen, doch während der Flugerprobung zeigte sich, dass die G500 und G600 eine höhere Reichweite haben als errechnet. Auch das MTOW der zugelassenen G600 liegt rund 1.500 Kilogramm höher als noch beim Erstflug prognostiziert. Dadurch – und durch den Government Shutdown der US-Regierung zwischen dem 22. Dezember 2018 und dem 25. Januar 2019 – kam es zu Verzögerungen im Plan.

100.000 Flugstunden im Labor

Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, sagte nach der Übergabe der Zulassungsurkunden: „Beide Zulassungen am selben Tag zu erhalten ist ein Beweis für die reife unserer G600-Produktionsprozesse und spricht für die Sicherheit und die Zuverlässigkeit der Konstruktion unseres Flugzeugs. Noch bemerkenswerter ist allerdings die Tatsache, dass wir diese Zulassungen weniger als ein Jahr nach Abschluss eines anderen wichtigen Programms, nämlich der G500, erreicht haben. Die harte Arbeit unseres Teams, zu der fast 100.000 ‚Flugstunden‘ in unseren Laboren und über 3.200 richtige Flugstunden in der Luft gehörten, unterstreicht unser Engagement für die Sicherheit und für unsere Kunden.“ 

Gulfstream hat die Erprobungs- und die Nachweisflüge für die Zulassung der G600 gut genutzt, um die Leistungsfähigkeit des Musters mit Hilfe von mehreren Rekordflügen unter Beweis zu stellen. Bislang hält das Muster schon elf Geschwindigkeitsweltrekorde, die alle mit einer Reisefluggeschwindigkeit von Mach 0.90 geflogen worden sind. Bei dieser Cruise Speed beträgt die Reichweite der G600 5.500 nautischen Meilen (10.186 Kilometer). Fliegt sie mit Mach 0.85, erhöht sich die Reichweite auf 6.500 nautische Meilen (12.038 Kilometer).

Der erste Kunde wird seine G600 im Laufe des zweiten Halbjahres 2019 in Empfang nehmen können.

Daten Gulfstream G600

Antrieb
Muster PW8015G
Art Turbofan
Hersteller Pratt & Whitney Canada
Startschub  69,74 kN (15.680 lb)
Anzahl 2
Abmessungen
Länge 29,29 m
Spannweite 28,70 m
Flügelfläche 88,3 m2
Höhe 7,70 m
Kabinenlänge 13,77 m
Kabinenbreite 2,31 m
Kabinenhöhe 1,88 m
Kabinenvolumen 53,35 m3
Massen und Mengen
Betriebsleermasse 23.346 kg
Max. Passagiere 19
MTOW 42.910 kg
MLW 34.836 kg
Nutzlast 2.708 kg
Nutzlast mit max Fuel 816 kg
Treibstoff 18.928 kg
Leistungen
Startstrecke 1.798 m
Anfangsreiseflughöhe 41.000 ft (12.497 m)
Max. Reiseflughöhe 51.000 ft (15.545 m)
Langstrecken-Reisegeschwindigkeit Mach 0.85
Schnelle  Reisegeschwindigkeit Mach 0.90
Reichweite 6.500 nm (12.038 km)
Landestrecke 945 m

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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