Homepage » Business Aviation » The Helicopter Company wird in der Business Aviation aktiv

The Helicopter Company wird in der Business Aviation aktiv

Der saudische Hubschrauberbetreiber THC (The Helicopter Company) erweitert seine Geschäftsaktivitäten. Um Executive-Charter-Dienstleistungen anbieten zu können, hatt das Unternehmen nun eine Kaufabsichtserklärung für bis zu 60 Business Jets bei Bombardier unterzeichnet.

22.07.2026

Transport Canada hat den Global 8000 von Bombardier am 5. November 2025 zugelassen. © Bombardier

Auf der Farnborough International Airshow (20. – 24. Juli 2026) hat das saudi-arabische Luftfahrtunternehmen THC (The Helicopter Company) einen Großauftrag für Geschäftsreisejets mit dem kanadischen Hersteller Bombardier unterzeichnet. Bislang ist das 2018 gegründete Unternehmen THC – wie der Name sagt – ausschließlich im Hubschraubersegment tätig. Mit der Bestellung der Geschäftsreisejets erweitert es sein Dienstleistungsportfolio auch in den Bereich des Executive Charters.

THC hat bei Bombardier eine Kaufabsichtserklärung (LOI, Letter of Intent) abgegeben. Darin äußert das Unternehmen seine Absicht, zwölf Geschäftsreisejets fest zu bestellen und Optionen für 48 weitere Flugzeuge zu zeichnen. THC will zunächst fünf Challenger 3500, fünf Global 5500 und zwei Global 8000 fest bestellen. Die 48 Optionen umfassen ebenfalls diese Muster.

THC folgt einem strategischen Plan

Captain Arnaud Martinez, der Chief Executive Officer (Hauptgeschäftsführer) von THC, sagte: „Als Unternehmensgruppe war THC stets darauf ausgerichtet, über die Drehflügler hinaus auch im Bereich der Flächenflugzeuge zu expandieren. Unsere Vision war es von Anfang an, uns zu einem führenden Akteur der Allgemeinen Luftfahrt zu entwickeln – von Saudi-Arabien aus für die ganze Welt.“

Auf der Farnborough International Airshow 2026 unterzeichneten der CEO von THC, Captain Arnaud Martinez (re. am Tisch), und der Leiter des Bereichs Aviation & Security beim Public Investment Fund, Muhammad Ovais Yousuf (stehend, re.), Bombardier CEO Éric Martel (li. am Tisch) und Chairman Pierre Beaudoin (stehend li.) eine Absichtserklärung. © Bombardier

„Die Flugzeuge von Bombardier sind ideal positioniert, um den sich wandelnden Anforderungen von Kunden weltweit gerecht zu werden; sie bieten außergewöhnliche Vielseitigkeit, Einsatzzuverlässigkeit und ein erstklassiges Kundenerlebnis“, sagte Éric Martel, Präsident und CEO von Bombardier. „Wir fühlen uns geehrt, dass sich The Helicopter Company für Bombardier entschieden hat, um ihre künftigen Flottenpläne zu unterstützen. Dies ist ein starkes Zeichen für die gemeinsame, kundenorientierte DNA unserer Unternehmen sowie für unsere Vision von wirtschaftlichem Wachstum in der Region. Die Unterzeichnung ist zudem ein bedeutender Vertrauensbeweis in unsere Flugzeuge, unsere Mitarbeiter und unser langfristiges Engagement zur Förderung des Wachstums im Königreich Saudi-Arabien.“

Der Bombardier Challenger 3500 ist ein Super-Midsize Jet. Er ist die neueste Version der erfolgreichen Challenger 300-/350-Familie und wurde im Herbst 2022 in Dienst gestellt. Die Reichweite des von zwei Honeywell HTF3750-Turbofans angetriebenen Challenger 3500 liegt bei 3.400 nautischen Meilen (6.297 Kilometer) und die Kabine kann mit maximal zehn Passagiersesseln bestuhlt werden.

Der Global 5500 fliegt mit Pearl-15-Turbofans

Der Bombardier Global 5500 kommt auf eine maximale Reichweite von 5.900 nautischen Meilen (10.927 Kilometer). Damit sind Nonstop-Flüge beispielsweise von Florida nach São Paulo, Paris, London, Los Angeles oder  Moskau möglich. Als Antrieb des Langstrecklers dienen zwei Turbofan-Triebwerk Pearl 15 mit je 67,3 kN (15.125 lb) Startschub von Rolls-Royce, die der Hersteller in Dahlewitz südöstlich von Berlin fertigt.

Der Bombardier Global 8000 ist das Flaggschiff des Herstellers. Es besticht durch seine Geschwindigkeit, seine Reichweite und weitere Eigenschaften, die den Komfort der Insassen bei den Langstreckenflügen erhöhen. Nach Angaben des Herstellers bietet der Global 8000 seinen Nutzern eine Reichweite von 8.000 nautischen Meilen, umgerechnet 14.816 Kilometer. Damit sind Nonstop-Flüge zwischen London und Sydney möglich. Und das neue Muster ist schnell. Bombardier hat den Global 8000 für eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0.95 ausgelegt. Während der Testflüge für die Zulassung ist eines der Testflugzeuge sogar schneller als Mach 1.0 geflogen, was aber im normalen Flugbetrieb nicht erlaubt ist. Nach Herstellerangaben ist der Global 8000 das schnellste zugelassene Zivilflugzeug seit der Concorde. Als Antrieb des Ultralangstreckenjets dienen zwei Passport-20-Turbofans von GE Aerospace.

Volker K. Thomalla

 

Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Folgen Sie uns auf Bluesky

Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Bombardier liefert ersten Global 8000 an einen Betreiber in Afrika

The Helicopter Company (THC) kauft zehn Airbus Helicopters H125

VistaJet platziert Mega-Auftrag für Challenger 3500 bei Bombardier

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.