Im Sommer 2022 hatten der kanadische Trainingsanbieter CAE, Piper Aircraft und der Schweizer Elektroflug-Pionier H55 eine Kooperation zur Entwicklung einer elektrisch angetriebenen Piper PA-28 Archer gegründet. Als Antriebshersteller kam später Safran Electrical & Power an Bord. Die Unternehmen wollten gemeinsam eine Ergänzende Musterzulassung (STC) für den Einbau eines Elektroantriebs ist bestehende Piper Archer erreichen. CAE verfügt in seinen Flugschulen weltweit über eine signifikante Zahl von Flugzeugen dieses Musters. CAE hatte geplant, rund zwei Drittel seiner Archer-Flotte mit Elektroantrieb auszurüsten.
Man prüft, wie der nächste Schritt aussehen könnte
Nun hat CAE die Entwicklung der elektrisch angetriebenen Piper PA-28 Archer auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach Angaben von CAE ist die erste Phase der Entwicklung einer Piper E-Archer abgeschlossen; das Unternehmen „prüfe nun den besten Weg für den nächsten Schritt“. Parallel zu der Entscheidung hat CAE neue Partnerschaften für militärisches Training und Simulationen bekanntgegeben.
Noch im vergangenen Jahr hatte CAE eine Flugzeugzelle der Archer TX – zur Untersuchung des Komponenteneinbaus – sowie einen Motorenprüfstand präsentiert. Man hoffte damals, innerhalb weniger Monate über eine vollständig modifizerte Archer für die Flugerprobung zu verfügen.
Seit 2022 hat sich das politische Klima in Nordamerika aber spürbar gewandelt. Einerseits hat der Druck in Umweltfragen nachgelassen, andererseits ist der militärische Bedarf drastisch gestiegen. CAE hat neue Partnerschaften im Bereich Ausbildung und Simulation für den Verteidigungssektor geschlossen. Möglicherweise genießt die Elektrifizierung der Archer in diesem neuen Umfeld schlichtweg keine Priorität mehr.
Volker K. Thomalla
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