Die Fluggesellschaft BermudAir des im Atlantik gelegenen, britischen Überseegebiets Bermuda betreibt derzeit zwei E175- und zwei E190-Regionaljets und bedient zehn Ziele in der Karibik, den USA und Kanada. Mit dem Umbaufrachter E190F erweitert die Fluggesellschaft ihr Angebot um den Frachttransport. Das Flugzeugmuster wird unter anderem für Expressfracht, E-Commerce und zeitkritische Sendungen zwischen den Inseln und Nordamerika eingesetzt.
Die E190F ist ein Umbaufrachter, der früher als Passagierflugzeug eingesetzten Flugzeugen ein zweites Leben ermöglicht. Die Modifikation einer E190 in ein Frachtflugzeug ist keine triviale Aufgabe. So werden die E-Jets durch den Einbau einer großen Frachttür für das Hauptdeck, ein Frachtfördersystem, die Verstärkung des Bodens im Hauptdeck sowie die Installation einer 9-g-Barriere, die verhindern soll, dass bei einem Unfall Fracht nach vorne ins Cockpit rutschen kann, zu E-Freighter. Außerdem erhalten die E190F Rauchmelder und Feuerlöschsysteme im Frachtraum auf dem Hauptdeck.
Durch die Nutzung des Unter- und Oberdecks als Frachtraum bietet der E-Frachter ein Frachtvolumen von über 100 Kubikmetern und eine maximale Nutzlast von 13,5 Tonnen. Die E190F ist für das Frachtsegment zwischen Turboprop-Flugzeugen und größeren Standardrumpf-Flugzeugen konzipiert. Regional One hat fünf Festbestellungen für die Embraer-Umbaufrachter aufgegeben. Zwei umgerüstete Flugzeuge wurden bereits ausgeliefert und in Betrieb genommen.
Das in Malta ansässige Unternehmen Bridges Air Cargo nahm Anfang des Jahres als erste Fluggesellschaft die E190F in Betrieb. Bridges Air Cargo betreibt nun zwei dieser umgerüsteten Flugzeuge. Marktforscher sehen in den nächsten 20 Jahren einen weltweiten Bedarf von 600 Frachtflugzeugen in dieser Luftfahrzeugkategorie.
Bob Fischer
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