Homepage » General Aviation » Electras EL2 Ultra Short startet von einem Heliport

Mit einem Flächenflugzeug fliegen wie ein Hubschrauber? Electra hat mit der EL2 demonstriert, dass die Ultra Short in der Lage ist, sowohl Flugverfahren als auch Landungen und Starts auf eine Art und Weise durchzuführen, die bislang Hubschraubern vorbehalten war.

24.09.2026

Die Electra EL2 UltraShort hat auf dem Flugplatz Roanoke-Blacksburg Regional Airport bei Demoflügen gezeigt, dass sie von einem Heliport aus betrieben werden kann. © Electra.aero

Der Flugzeughersteller Electra.aero, Inc. aus Manassas im US-Bundesstaat Virginia hat auf dem Flughafen Roanoke-Blacksburg Regional Airport (IATA-Code ROA) in Virginia demonstriert, dass sein Technologie-Demonstrator EL2 Ultra Short aufgrund seiner Flugeigenschaften in der Lage ist, Heliports und Anflugverfahren für Hubschrauber sicher zu nutzen.

Marc Allen, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Electra, sagte: „Was in Virginia geschehen ist, gewährt einen Einblick in die Zukunft der Luftfahrt. Wir haben gezeigt, dass Flächenflugzeuge für extrem kurze Start- und Landestrecken (Ultra-Short-Flugzeuge) Landeflächen für Helikopter sowie eine neue Generation von Instrumentenflugverfahren nutzen können, um Orte zu erreichen, für die herkömmliche Flugzeuge nie ausgelegt waren. Dies bringt den Flugverkehr näher an die Passagiere und erweitert gleichzeitig die Kapazitäten an Verkehrsflughäfen, ohne zu einer zusätzlichen Belastung zu führen. Bei ‚Direct Aviation‘ geht es nicht nur um ein neues Flugzeug, sondern um ein neues Betriebsmodell, das den Flugverkehr näher zu den Menschen bringt und Reisenden auf ihren Wegen enorm viel Zeit spart.“

Abgleich der Flüge mit den Anflugverfahren

Während der Flüge sammelten Electra und seine an den Versuchen beteiligten Partner Betriebsdaten, um die Flugleistungen mit den Verfahrensanforderungen zu vergleichen und die zukünftige Bewertung der Advanced Air Mobility mit Flächenflugzeugen unter Verwendung von Instrumentenflugverfahren nach Hubschraubervorbild zu unterstützen. Neben dem Flugplatz in Roanoke flog die EL2 auch andere Airports an, unter anderem den Virginia Tech/Montgomery Regional Airport und den Allan C Perkinson/Blackstone AAF Airport sowie Landeplätze in Newport News und in Richmond.

Dort nutzte das für seine extremen Kurzstarteigenschaften bekannte Flugzeug Heliports und Taxiways für Starts und Landungen. Im Rahmen der über einjährigen Programmentwicklung, die den Tests in diesem Monat vorausging, entwarfen die Smart Airspace-Partner und die US-Luftfahrtbehörde FAA flexible Anflug- und Heliport-Verfahren für die Ultra Short, evaluierten und testeten neuartige Anflug- und Abflugverfahren für dias Flugzeug und erarbeiteten neue Flugverkehrskonzepte, um der Ultra Short eine sichere und effiziente Landung außerhalb der Landebahnen auf Flughäfen zu ermöglichen.

Electra entwickelt mit der EL9 ein für neun Passagiere ausgelegtes, hybrid-elektrisch angetriebenes Flugzeug, welches von Flugfeldern aus starten kann, die gerade einmal 100 Meter lang sind. Die Daten der EL9 lauten: Reichweite mit neun Passagieren oder 1.360 Kilogramm Fracht: 330 nautischen Meilen (611 Kilometer), maximale Überführungsreichweite: 1.100 nautischen Meilen (2.037 Kilometer), Reisegeschwindigkeit: 175 Knoten. Electra will die EL9 Ultra Short auch für Flüge in bekannte Vereisungsbedingungen zulassen.

Das Konzept der Direct Aviation scheint bei den potenziellen Kunden anzukommen. Electra liegen nach eigenen Angaben Kaufabsichtserklärungen von über 60 Kunden für nicht weniger als 2.200 EL9 vor.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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