Der Flugzeughersteller Electra.aero, Inc. aus Manassas im US-Bundesstaat Virginia hat auf dem Flughafen Roanoke-Blacksburg Regional Airport (IATA-Code ROA) in Virginia demonstriert, dass sein Technologie-Demonstrator EL2 Ultra Short aufgrund seiner Flugeigenschaften in der Lage ist, Heliports und Anflugverfahren für Hubschrauber sicher zu nutzen.
Marc Allen, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Electra, sagte: „Was in Virginia geschehen ist, gewährt einen Einblick in die Zukunft der Luftfahrt. Wir haben gezeigt, dass Flächenflugzeuge für extrem kurze Start- und Landestrecken (Ultra-Short-Flugzeuge) Landeflächen für Helikopter sowie eine neue Generation von Instrumentenflugverfahren nutzen können, um Orte zu erreichen, für die herkömmliche Flugzeuge nie ausgelegt waren. Dies bringt den Flugverkehr näher an die Passagiere und erweitert gleichzeitig die Kapazitäten an Verkehrsflughäfen, ohne zu einer zusätzlichen Belastung zu führen. Bei ‚Direct Aviation‘ geht es nicht nur um ein neues Flugzeug, sondern um ein neues Betriebsmodell, das den Flugverkehr näher zu den Menschen bringt und Reisenden auf ihren Wegen enorm viel Zeit spart.“
Abgleich der Flüge mit den Anflugverfahren
Während der Flüge sammelten Electra und seine an den Versuchen beteiligten Partner Betriebsdaten, um die Flugleistungen mit den Verfahrensanforderungen zu vergleichen und die zukünftige Bewertung der Advanced Air Mobility mit Flächenflugzeugen unter Verwendung von Instrumentenflugverfahren nach Hubschraubervorbild zu unterstützen. Neben dem Flugplatz in Roanoke flog die EL2 auch andere Airports an, unter anderem den Virginia Tech/Montgomery Regional Airport und den Allan C Perkinson/Blackstone AAF Airport sowie Landeplätze in Newport News und in Richmond.
Dort nutzte das für seine extremen Kurzstarteigenschaften bekannte Flugzeug Heliports und Taxiways für Starts und Landungen. Im Rahmen der über einjährigen Programmentwicklung, die den Tests in diesem Monat vorausging, entwarfen die Smart Airspace-Partner und die US-Luftfahrtbehörde FAA flexible Anflug- und Heliport-Verfahren für die Ultra Short, evaluierten und testeten neuartige Anflug- und Abflugverfahren für dias Flugzeug und erarbeiteten neue Flugverkehrskonzepte, um der Ultra Short eine sichere und effiziente Landung außerhalb der Landebahnen auf Flughäfen zu ermöglichen.
Electra entwickelt mit der EL9 ein für neun Passagiere ausgelegtes, hybrid-elektrisch angetriebenes Flugzeug, welches von Flugfeldern aus starten kann, die gerade einmal 100 Meter lang sind. Die Daten der EL9 lauten: Reichweite mit neun Passagieren oder 1.360 Kilogramm Fracht: 330 nautischen Meilen (611 Kilometer), maximale Überführungsreichweite: 1.100 nautischen Meilen (2.037 Kilometer), Reisegeschwindigkeit: 175 Knoten. Electra will die EL9 Ultra Short auch für Flüge in bekannte Vereisungsbedingungen zulassen.
Das Konzept der Direct Aviation scheint bei den potenziellen Kunden anzukommen. Electra liegen nach eigenen Angaben Kaufabsichtserklärungen von über 60 Kunden für nicht weniger als 2.200 EL9 vor.
Volker K. Thomalla
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