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Joby Aviation gelingt autonomer Transkontinentalflug einer Caravan

Der beste Beweis, dass eine Technologie wie geplant funktioniert, ist der, sie in unter realen Bedingungen anzuwenden. Joby Aviation hat eine Cessna Caravan autonom von der Westküste der USA zur Ostküste fliegen lassen und dabei auch Landungen auf belebten Flugplätzen demonstriert.

22.09.2026

Die von Joby Aviation modifizierte Cessna Caravan flog quer durch die USA ohne dass der Sicherheitspilot an Bord eingreifen musste. © Joby Aviation

Der eVTOL-Hersteller Joby Aviation aus Santa Cruz im US-Bundesstaat Kalifornien eine modifizierte Cessna Grand Caravan autonom von der Westküste der Vereinigten Staaten an die Ostküste fliegen lassen. Zwar saß ein Sicherheitspilot an Bord der einmotorigen Turboprop, aber er musste während der gesamten Flugzeit nie eingreifen. Joby Aviation nennt seine modifizierte Caravan J208.

Der Flug erfolgte in mehreren Etappen und ging über einen Zeitraum von einem Monat. Dabei überbrückte die Cessna Caravan eine Strecke von 2.779 nautischen Meilen (5.147 Kilometern). Der Flug startete in Concord in Kalifornien und führte über Phoenix in Arizona, Fort Worth in Texas und der Shaw Air Force Base in South Carolina bis zum Outer Banks Airport in der Nähe des ersten Motorflugs der Gebrüder Wright.

Auf dem Flug quer durch die USA wurde die autonom fliegende J208 Caravan von einer Zweimot begleitet. © Joby Aviation

Joby Aviation hatte 2024 das Start-up-Unternehmen Xwing aus San Francisco übernommen, das eine Cessna Caravan für autonome Flüge modifiziert hatte. Joby sieht Anwendungen für die autonom fliegende Caravan sowohl bei zivilen als auch bei militärischen Nutzern. Vor dem Transkontinentalflug quer durch die USA hatte das Unternehmen bereits über 400 Flüge mit der J208 durchgeführt und dabei über 800 Flugstunden gesammelt.

Bereits über 400 autonome Flüge absolviert

„Durch die Integration eines autonomen Systems in eine bereits zertifizierte Flugzeugzelle eröffnet Joby einen skalierbaren Weg zur autonomen Luftlogistik“, teilte der Hersteller mit. „Während des Überlandflugs stellte das Flugzeug seine Fähigkeit unter Beweis, sich nahtlos in stark frequentierte Umgebungen wie Phoenix Deer Valley – einen der geschäftigsten Flughäfen der Allgemeinen Luftfahrt in den USA – einzufügen. Dabei umflog es in Echtzeit Unwetter und Gewitter, ohne dass zuvor eine spezifische Vertrautheit mit dem Flughafen bestanden hätte.“

JoeBen Bevirt, der Gründer und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Joby Aviation, sagte: „Dieser Flug quer durch Amerika gewährt einen Einblick in eine neue Ära der Luftfahrt. Autonomes Fliegen spielt eine wichtige Rolle für die Zukunft der Luftfahrt; es ermöglicht es uns, abgelegene Gemeinden anzubinden, lebenswichtige Güter zu liefern, schneller auf Katastrophen zu reagieren, militärische Einsätze zu unterstützen und Piloten vor Gefahren zu schützen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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