Der Hubschrauber-Betreiber Metro Aviation aus Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana hat ein Konzept für eine Kabine für die H140 von Airbus Helicopters auf der Luftrettungskonferenz AMTC (Air Medical Transport Conference, 26. – 28. Oktober 2026) in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas vorgestellt. Metro Aviation betreibt nicht nur Hubschrauber selbst, sondern entwickelt auch Ausrüstung und Rüstsätze für Hubschrauber. Das Unternehmen ist Launch Customer für die H140 in Nordamerika. Es hat zwölf H140 fest bestellt und erwartet deren Auslieferung in den Jahren 2028 und 2031. Zusätzlich hält das Unternehmen 24 Optionen für die H140.
Metro Aviation will als einer der Erstkunden bis zu 36 H140 beschaffen. © Airbus Helicopters
Amy McMullen, Abteilungsleiterin für die Konfiguration von Fluggeräten bei Metro Aviation, sagte bei der Vorstellung des Konzepts: „Wir haben uns jahrelang angehört, was medizinische Einsatzteams in ihren Luftfahrzeugen benötigen. Mit der H140 haben wir die Möglichkeit, dieses Feedback aufzugreifen und eine Innenausstattung zu entwickeln, die sich an der tatsächlichen Arbeitsweise der Teams orientiert – anstatt von ihnen zu verlangen, dass sie sich an das Luftfahrzeug anpassen.“
Metro Aviation hat bei der Auslegung des Kabineninterieurs auch eng mit Airbus Helicopters zusammengearbeitet. Mitarbeiter des Unternehmens waren im Rahmen dieser Arbeiten auch mehrfach bei Airbus Helicopters in Deutschland.
Bei dem Kabineninterieur hat Metro Aviation großen Wert auf Modularität gelegt, damit Betreiber sich die Kabine so gestalten können, wie sie es für ihre Einsätze benötigen. So sind beispielsweise mehrere Befestigungspunkte für Ausrüstung sowie anpassbare Komponenten enthalten.
Das Mock-up ist noch kein finales Produkt
Das in Fort Worth präsentierte Mock-up sieht Metro Aviation als Konzept und nicht als finales Produkt. Während der Konferenz hat der Hersteller Reaktionen von potenziellen Anwendern gesammelt und wird das Konzept nun verfeinern. Shawn Bruton, der Director of Maintenance bei Metro Aviation, sagte: „Was wir zur AMTC mitbringen, ist ein Ausgangspunk. Wir möchten, dass die Leute es sich ansehen, uns sagen, was funktioniert und was nicht, und uns dabei helfen, es zu verbessern.“
Airbus Helicopters hatte die H140 auf der Verticon 2025 vorgestellt. Sie soll die Produktlinie des Herstellers ergänzen und ist mit 3.175 Kilogramm maximaler Startmasse nur 195 Kilogramm schwerer als die H135. Dafür ist das Kabinenvolumen mit 6,10 Kubikmetern aber spürbar größer als bei der kleinen Schwester, die ihren Nutzern ein Kabinenvolumen von 5,04 Kubikmetern bietet. Statt fünf Sitzplätze wie die H135 bietet die H140 sechs Sitzplätze für Passagiere in der Kabine, die zudem noch über einen durchgehend flachen Boden verfügt. Um die Beladung durch das Heck zu ermöglichen, haben die Ingenieure zwei große Hecktüren konstruiert. Sie sind mit 92 Zentimetern Höhe 25 Zentimeter höher als bei der H135. Die Konstrukteure haben bei der Auslegung der H140 die Gelegenheit genutzt, größere Fensterflächen als bei der H135 zu integrieren.
Airbus Helicopters hat die H140 in Zusammenarbeit mit HEMS-Betreibern entwickelt. Dementsprechend dimensioniert sind die Hecktüren und die Kabine ausgefallen. Sie ist auch schon für die Aufnahme wichtiger medizinischer Geräte vorbereitet. © V. K. Thomalla
Die H140 wird auf der gleichen Endmontagelinie in Donauwörth gebaut wie die H135 und die H145. Die Aufteilung der Baugruppen der verschiedenen Airbus-Helicopters-Werke wird auch bei der H140 entsprechend der Standort-Spezialisierung eingehalten. So kommt beispielsweise der Heckausleger mit dem Fenestron aus Albacete in Spanien, während die dynamischen Teile in Marignane gefertigt werden.
Derzeit sind bereits drei von vier geplanten H140-Prototypen geflogen. Als erste Version des Hubschraubers wird Airbus Helicopters die H140 für Luftrettungs- und medizinische Einsätze zulassen.
Volker K. Thomalla
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