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Rafale ABE: Ein neues fliegendes Labor für die DGA

Um die Entwicklung und Erprobung der Technologien für den künftigen Baustandard F5 des französischen Kampfflugzeugs Rafale zu unterstützen, hat die Flugtestabteilung der Rüstungsbeschaffungsagentur DGA eine doppelsitzige Rafale übernommen, die nun für ihre Aufgaben modifiziert wird.

4.11.2026

Diese doppelsitzige Rafale ABE wird als fliegender Prüfstand die Entwicklung der Rafale F5 unterstützen. © DGA

Die französische Rüstungsbeschaffungsagentur DGA (Diection générale de l’armement) hat mitgeteilt, dass sie die erste Rafale ABE (Avion banc d’essais, auf deutsch: Testflugzeug) an ihre Flugerprobungsabteilung übergeben habe. Bei diesem doppelsitzigen Kampfflugzeug handelt es sich um die 73. und letzte Rafale des vierten Bauloses, welches 2021 bestellt worden war.

Das Flugzeug mit der Seriennummer B374 entspricht dem Baustandard F4.1. Aber es wird nun von Technikern der DGA und dem Hersteller Dassault Aviation modifiziert, um spezielle, temporäre Test- und Messeinrichtungen sowie Daten-Übertragungs- und -aufzeichnungssysteme zu integrieren. Damit soll sie an der Weiterentwicklung des aktuellen Rafale F4-Standards mitwirken. Als echtes fliegendes Labor ermögliche die Modifikation die Erprobung zukünftiger Luftfahrttechnologien unter realen Bedingungen – etwa von Navigations- und Waffeneinsatzsystemen, Sensoren, Bewaffnung, Kommunikationssystemen oder auch Software, so die DGA.

Ab 2028 mit vollständiger Testinstrumentierung im Einsatz

Das Flugzeug wird nach Abschluss der Umbauten die heute eingesetzte Rafale B348 ablösen, die die DGA derzeit als Dauerleihgabe von der Armée de l’air et de l’espace nutzt. Ab 2027 soll die Rafale ABE erneut umgebaut werden und dann mit einer vollständigen integrierten Flugtest-Instrumentierung ausgerüstet werden. Diese Arbeiten wird der Hersteller Dassault Aviation vornehmen.

Im Jahr 2028 soll die B374 dann wieder an die DGA-Flugerprobungsabteilung übergeben werden, um bei der Entwicklung, Integration und Erprobung von neuen Technologien für den künftigen Rafale-Baustandard F5 zum Einsatz zu kommen. Dann wird sie über ein „oranges“ modulares Informationsverarbeitungssystem (EMTI) verfügen – eine spezielle Softwareversion des Bordcomputers, die ausschließlich für Testzwecke konzipiert ist. Unter anderem soll die Rafale ABE dann bei der Integration des neuen RBE2 XG-Radars und anderer Sensoren genutzt werden.

Frankreich strebt die Einführung des neuen Baustandards Rafale F5 nach dem Jahr 2033 an.

Volker K. Thomalla

 

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