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Airbus schlägt Boeing bei den Bestellungen

Airbus hat bei dem Rennen um die meisten Bestellungen des Jahres 2017 die Nase vorn, Boeing hat dagegen mehr Flugzeuge ausgeliefert. Im Dezember hat der europäische Hersteller nicht nur eine Rekordzahl an Aufträgen eingenommen, sondern auch eine Rekordzahl bei den Auslieferungen geschafft.

15.01.2018

Airbus hat 2017 insgesamt 1.109 Nettobestellungen für seine Verkehrsflugzeugfamilien erhalten. © Airbus

Airbus hat es auch im Jahr 2017 geschafft, die Zahl seiner ausgelieferten Flugzeuge im Vergleich zum Vorjahr zu steigern, berichtete Airbus-COO Fabrice Brégier heute bei einer Pressekonferenz in Paris. Mit 718 ausgelieferten Flugzeugen hat der Hersteller einen neuen Rekord geschafft, allerdings hat er es erneut nicht geschafft, seinen Konkurrenten Boeing bei den Auslieferungen zu übertrumpfen. Boeing hat im vergangenen Jahr mit 763 Flugzeugen ebenfalls einen neuen Auslieferungsrekord aufgestellt.

Boeing hat in den vergangenen sechs Jahren immer mehr Flugzeuge ausgeliefert als Airbus. © Aerobuzz.de

Der europäische Hersteller hat diese Zahl dank einer enormen Anstrengung, die zu 127 Auslieferungen allein im Dezember 2017 führte, seinen Produktionsrekord erreicht. Heruntergebrochen auf die die einzelnen Flugzeugfamilien ergibt sich folgendes Bild: Von der Standardrumpf-Flugzeugfamilie A320 hat der Hersteller 558 Flugzeuge an Kunden übergeben. 181 dieser Flugzeuge waren A320neo. 108 der A320neo waren mit dem LEAP-1A von CFM International bestückt, 73 mit dem Geared Turbofan PW1100G von Pratt & Whitney.

Die neueste Version des Airbus-Bestsellers wird die klassischen A320ceo nach und nach verdrängen. 67 Großraumflugzeuge vom Typ A330 verließen die Endmontage in Toulouse sowie 78 Twinjets vom Typ A350 XWB. Damit hat der Hersteller die Zahl der A350-Auslieferungen im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent steigern können. Von seinem größten Flugzeug, dem Doppeldeck-Airliner Airbus A380, übergab der Hersteller 15 Exemplare an Kunden. Darunter war auch das 100. Exemplar an Emirates Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Beim Bestelleingang liegt Airbus vorn

Beim Bestelleingang hat Airbus die Nase vorne, auch dank einer Auftragsflut am Ende des letzten Jahres. 44 Kunden bestellten im abgelaufenen Jahr 1.109 Flugzeuge (netto). Damit wuchs der Auftragsbestand auf 7.265 Flugzeuge mit einem Listenpreis-Wert von 1,059 Billionen US-Dollar. Dieser Auftragsbestand reichte, wenn keine weiteren Aufträge mehr angenommen würden, für eine Auslastung der Werke bei heutiger Fertigungskadenz für zehn Jahre. Das „Book-to-Bill“-Verhältnis, also die Zahl der bestellten Flugzeuge im Vergleich zu den ausgelieferten Flugzeugen, lag im vergangenen Jahr bei 1,5 zu 1.

Die Airbus-Endmontagelinie in Tianjin hat bislang 354 A320 produziert. © Airbus

Allerdings wollen die Kunden keine Dekade auf ihre fest bestellten Flugzeuge warten, deshalb wird Airbus die Fertigungsraten der beliebten Standardrumpf-Flugzeugfamilie A320 auch auf ein Rekordniveau hochfahren. Aus den Endmontagehallen in den Standorten Toulouse, Hamburg, Tianjin und Mobile sollen ab Mitte 2019 60 A319/A320/A321 rollen. Auch die A350 XWB ist populär. Deswegen wird ihre Produktionsrate ebenfalls erhöht, und zwar bis Ende 2018 auf zehn Flugzeuge pro Monat.

A380-Fertigung wird zurückgefahren

Aufgrund des weiterhin schlechten Auftragseingangs beim Airbus A380 wird dessen Fertigungskadenz in diesem Jahr heruntergefahren. Sie soll 2018 bei nur noch zwölf Flugzeugen pro Jahr liegen, um 2019 auf acht und ab 2020 auf sechs Exemplare pro Jahr zu fallen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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