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BelugaXL ist nach dem Erstflug wieder gelandet

Sie ist wieder gelandet: Die BelugaXL hat um 14.41 Ihr wieder auf der Piste des Flughafens Toulouse-Blagnac aufgesetzt. Mit dem Erstflug hat die Flugerprobung des Musters begonnen, das für die Produktionslogistik von Airbus von entscheidender Bedeutung ist. 

19.07.2018

Um 14.41 Uhr Ortszeit landete der Airbus BelugaXL am 19. Juli wieder in Toulouse-Blagnac. © JB. Accariez/Airbus

Vier Stunden und elf Minuten nach dem Start ist die erste BelugaXL wieder auf der Piste 32L des Flughafens Toulouse-Blagnac gelandet. Die Besatzung unter Kapitän Christophe Cail nutzte die Schubumkehr der beiden Trent 700-Triebwerke von Rolls-Royce. Sie hatte die Schubumkehr bereits betätigt, bevor das Bugfahrwerk aufgesetzt hatte.

Airbus BelugaXL

Neben Christophe Cail saßen der Copilot Bernardo Saez-Benito Hernandez und der Flugversuchsingenieur Jean Michel Pin im Cockpit des neuen Frachtflugzeugs. Die beiden Flugversuchsingenieure Laurent Lapierre und Philippe Foucault überwachten von ihren Plätzen im Rumpf des Flugzeugs aus die Systeme und ihre Leistungen in Echtzeit.

Flugerprobung mit nur einem Exemplar

Die komplette Flugerprobung des Musters wird nur mit einer BelugaXL bestritten, dem Flugzeug mit dem Kennzeichen F-WBXL, das heute seinen Erstflug absolviert hat. In den nächsten zehn Monaten soll der zweistrahlige Jet ungefähr 600 Flugstunden absolvieren. Mit der Musterzulassung durch die europäische Agentur für Flugsicherheit rechnet Airbus im Laufe des nächsten Jahres. Direkt nach Erteilung des begehrten Zertifikats wird Airbus die BelugaXL in Dienst stellen.

Das neue Muster ist für die Produktionslogistik von Airbus von entscheidender Bedeutung. Der Hersteller nutzt die Beluga-Flotte, um Komponenten und Baugruppen zwischen insgesamt elf Standorten zu befördern. Airbus hatte das Beluga XL-Programm im November 2014 gestartet, um die erforderlichen Transportkapazitäten für den Produktionshochlauf der A350 XWB und die gesteigerten Fertigungsraten im Single-Aisle-Programm sicherzustellen. Die BelugaXL ist beispielsweise in der Lage, zwei Tragflächenpaare der A350 auf einem Flug zu transportieren, während die BelugaST nur ein Paar transportieren kann. Die maximale Abflugmasse der BelugaXL beträgt 227 Tonnen, allerdings wird dieses MTOW im normalen Flugbetrieb selten ausgenutzt. Die Reichweite bei maximaler Zuladung von 51 Tonnen beträgt 2.200 nautischen Meilen (4.000 Kilometer).

Fünf BelugaXL bis 2023 geplant

Weitere vier Großtransporter sollen zwischen 2019 und 2023 gebaut werden. Das zweite Exemplar steht bereits in Toulouse in der Endmontage. Die insgesamt fünf BelugaXL werden nach und nach die bisher eingesetzten BelugaST ersetzen.

Die BelugaXL basiert auf dem A330-200-Frachter, deren Rumpf aber massiv modifiziert wurde. Das abgesenkte Cockpit, die Frachtraumstruktur sowie das Heck und Leitwerk wurden gemeinsam mit den Zulieferern entwickelt. Sie verleihen dem Flugzeug sein einzigartiges Aussehen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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