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Tarmac Aerosave und ATR arbeiten beim Flugzeug-Recycling zusammen

Der Regionalflugzeughersteller ATR vertieft seine Zusammenarbeit mit dem Flugzeugverwerter Tarmac Aerosave. Man will zusammen Verfahren entwickeln, um die Recyclingquote bei ausgemusterten ATR-Flugzeugen weiter hochzuschrauben.

18.03.2024

Tarmac Aerosave und ATR haben eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim Recycling von ATR-Flugzeugen getroffen. © Tarmac Aerosave

Der Regionalflugzeughersteller ATR und das Flugzeug-Verwertungsunternehmen Tarmac Aerosave haben eine weitgehende Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim Recycling von ATR-Flugzeugen nach Ablauf ihrer Lebensdauer getroffen. Tarmac Aerosave hat bereits 2023 drei ATR verwertet und wird in diesem Jahr vier weitere Exemplare recyceln.

Die drei ATR-Flugzeuge im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Tarmac Aerosave zu 85,5 Prozent recyelt. Im Rahmen der neuen Vereinbarung streben beide Unternehmen an, die Verwertungsquote für die Flugzeuge weiter zu erhöhen. Die Vereinbarung umfasst zunächst zwölf ATR-Tubroprop-Regionalflugzeuge.

Recyclingquote von über 85 Prozent

Bei dem jetzt angewandten Verfahren werden zunächst die Kabinen- und Inneneinrichtungen der Flugzeuge am Standort Toulouse-Francazal von Tarmac Aerosave entfernt. Danach werden die Baugruppen der Flugzeuge nach Tarbes gefahren, wo sie in einem eigens dafür entwickelten Prozess zersägt werden.

Alle Flugzeugkomponenten werden auf ihre Weiterverwendung nach EASA-Standards geprüft und kommen nach eingehender Inspektion und Wartung wieder auf den Markt. Unbrauchbare Teile werden zerlegt, um die Materialien getrennt dem Wertstoffkreislauf wieder zuzuführen.

Alexandre Brun, der Präsident von Tarmac Aerosave, sagte bei der Bekanntgabe der neuen Vereinbarung zwischen den beiden Partnern: „Tarmac Aerosave hat sich immer in Absprache mit den Herstellern entwickelt, um deren Wartungs-, Lagerungs- und Recyclingprozesse zu verbessern. Wir sind stolz darauf, eine Lösung für die Krise in der Ersatzteilversorgung zu bieten und ATR in die Lage zu versetzen, seinen Kunden einen nachhaltigen Lebenszyklus für ihre Flotte zu bieten.“

Das 2007 gegründete Flugzeug-Verwertungsunternehmen betreibt vier Flugzeugparkplätze in Europa. Es gehört Airbus und Suez zu je 33,6 Prozent und Safran zu 32,8 Prozent. Es hat bislang nach eigenen Angaben 1.540 Flugzeuge in seine Obhut genommen. 1.100 dieser Flugzeuge wurden wieder in Dienst gestellt und 385 Flugzeuge wurden zerlegt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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