Die lettische Fluggesellschaft airBaltic setzt in ihrem Flugbetrieb auf einen einzigen Flugzeugtyp: den Airbus A220-300. In den vergangenen Jahren wuchs die Flotte kontinuierlich und umfasst heute 54 Exemplare. Nicht alle A220-300 der airBaltic fliegen auch im eigenen Streckennetz, die Airline verleast auch ihre Flugzeuge an andere Airlines im Wet-Lease.
Nun hat der Aufsichtsrat der airBaltic einen neuen Geschäftsplan genehmigt, der einen deutlichen Kurswechsel bei der Strategie des Unternehmens darstellt. Damit wolle man die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen, eine nachhaltige Kapitalstruktur umsetzen und verlässliche Verbindungen für Lettland und die Region anbieten.
airBaltic hat 90 A220-300 bei Airbus fest bestellt. © Volker K. Thomalla
Bislang hatte airBaltic das Ziel verfolgt, eine 100 A220-300 umfassende Flotte aufzubauen. Dieses Ziel wird nun deutlich gekappt. Bis Ende des Jahres soll die Flotte von heute 54 Flugzeugen auf nur noch 36 Einheiten verringert werden – wobei das mittelfristige Ziel ist, eine Flotte von 40 Flugzeugen zu betreiben.
Die airBaltic hat insgesamt 90 A220-300 bei Airbus fest bestellt. Sie wird nun mit dem Hersteller in Verhandlungen treten müssen, um die Aufträge zu annullieren oder die Lieferpositionen an andere Airlines abzutreten.
Verstärkung des ACMI-Geschäfts
Neben eigenen Strecken will airBaltic durch langfristige Partnerschaften den Bereich des ACMI-Charters – also des Verleasens der Flugzeuge mit Crews an andere Airlines – die saisonale Abhängigkeit dieses Geschäftsmodells zu reduzieren.
Die angebotenen Sitzplatzkilometer (ASK) sollen von 9,6 Milliarden in diesem Jahr auf 8,7 Milliarden im nächsten Jahr sinken, bevor sie auf 10,5 Milliarden im Jahr 2031 ansteigen sollen. Der Ausbau des Streckennetzes soll sich auf profitable Strecken konzentrieren.
Erno Hildén, der Präsident und CEO (Hauptgeschäftsführer) von airBaltic, sagte: „Jede erfolgreiche Fluggesellschaft muss sich kontinuierlich an einen sich wandelnden Markt anpassen. Bei diesem Geschäftsplan geht es daher darum, zielgerichtete Entscheidungen zu treffen, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von airBaltic stärken und gleichzeitig das bewahren, was am wichtigsten ist: zuverlässige Flugverbindungen und Betriebsabläufe sowie finanzielle Nachhaltigkeit. Er schafft ein solides Fundament für die Zukunft des Unternehmens und versetzt uns in die Lage, langfristigen Mehrwert für unsere Kunden, Partner und Lettland zu schaffen.“
Der neue Geschäftsplan der airBaltic sieht einen Umsatz von 0,8 Milliarden Euro in 2027, 0,9 Milliarden Euro in 2029 und 1,0 Milliarden Euro im Jahr 2031 vor. Anfang des vergangenen Jahres hatte sich die Lufthansa Group mit 10 Prozent an der airBaltic beteiligt. 88,37 Prozent der Anteile hält der lettische Staat, 1,63 Prozent sind in privatem Streubesitz.
Volker K. Thomalla
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