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Boeing beendet die Fertigung der Boeing 747

Boeing-Chef Dave Calhoun hat seine Strategie für die nächsten Jahren für den Bereich der Verkehrsflugzeuge allen Boeing-Mitarbeitern mitgeteilt. Die 747-Fertigung wird 2022 enden, die 777X kommt erst einen Jahr später. Auch die Boeing 787 trifft es hart, denn unter Umständen wird sie künftig nur noch an einem Standort gebaut. 

30.07.2020

Bei United Airlines ist die Boeing 747 schon nicht mehr im Einsatz. 2022 wird Boeing auch die Fertigung des Musters einstellen. © United Airlines

Die Ära der vierstrahligen Verkehrsflugzeuge geht zu Ende, auch die des Jumbo Jets, der lange Zeit größten Verkehrsflugzeugs der Welt. Neue Aufträge für den vierstrahligen Flugzeugriesen sind nicht zu erwarten – besonders nicht in der aktuellen Situation, wo die Nachfrage nach Passagierflügen aufgrund der Coronakrise auf ein Minimum abgesackt ist. Die Zahl der Festaufträge für die Boeing 747 ist auf eine überschaubare Größe abgearbeitet, so dass eine Entscheidung über die Zukunft der Produktion der 747 unumgänglich wurde. Eine Bestellung des Frachtflugunternehmens UPS hatte dem Muster bereits 2018 eine Gnadenfrist ermöglicht.

Boeing 747

Nun hat Dave Calhoun, der Präsident und Hauptgeschäftsführer der Boeing Company, Dave Calhoun, in einem Brief an alle Boeing-Mitarbeiter angekündigt, dass die Fertigung der Boeing 747 im Jahr 2022 enden wird. Calhoun rechnet damit, dass die weltweite Passagiernachfrage das Niveau von 2019 nicht wieder vor dem Jahr 2022 erreichen wird.

Aber auch die anderen zivilen Flugzeugprogramme passt der Hersteller den aktuellen Marktgegebenheiten an, teilte Calhoun mit. Die 777X, deren Erstauslieferung zuletzt für Anfang 2021 geplant war, wird nun erst 2022 in den Airline-Betrieb gehen. Die Produktionsrate für die 777 und 777X drosselt Boeing im nächsten Jahr von bislang fünf vorgesehenen Exemplaren auf zwei pro Monat.

Nur noch sechs 787 pro Monat

Boeing hat außerdem beschlossen, die Produktion der 787 von derzeit zehn auf nur noch sechs pro Monat zu reduzieren. Das Management hat eine Studie in Auftrag gegeben, welches der effizienteste Weg sei, den Dreamliner zu fertigen. Dabei wird auch eine Konzentration auf ein einziges Werk nicht ausgeschlossen. Derzeit fertigt Boeing die 787 sowohl in Everett im US-Bundesstaat Washington als auch in Charleston in South Carolina. Die Version 787-10 wird ausschließlich in South Carolina gebaut. Sollte sich der Hersteller entscheiden seinen Besteller-Widebody nur noch an einem Standort zu fertigen, würde wahrscheinlich Everett den Kürzeren ziehen, oder Boeing müsste die Produktion der 787-10 komplett aufgeben.

Natürlich kommt auch die Boeing 737 nicht ungeschoren davon. Boeing will die Fertigungsrate auf 31 Flugzeuge pro Monat hochfahren, allerdings erst ein Jahr später als bislang vorgesehen. Die Zahl von 31 Boeing 737 MAX pro Monat will der Hersteller 2022 erreichen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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