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Boeing prognostiziert einen Bedarf von 41.000 Verkehrsflugzeugen

Wie üblich hat Boeing im Vorfeld der Luftfahrtmesse in Farnborough (18. - 22. Juli) seine neueste Marktprognose für die nächsten 20 Jahre vorgestellt. Die Marktforscher des amerikanischen Flugzeugherstellers rechnen mit 41.170 neuen Flugzeugen im Wert von 7,2 Billionen US-Dollar. Innerhalb von 20 Jahren soll die weltweite Flotte um mehr als 80 Prozent wachsen.

21.07.2022

Boeing sieht in seiner Marktprognose für die Jahre 2022 bis 2041 einen weltweiten Bedarf von 41.170 neuen Verkehrsflugzeugen. © V. K. Thomalla

Wir sind nicht vor einer Pandemie oder gar einem Krieg gefeit, aber im Endeffekt werden die Risiken über einen Zeitraum von 20 Jahren abgeflacht. Das ist im Wesentlichen das, wovon uns die Marktforscher von Boeing überzeugen wollen, die seit 1961 Jahr für Jahr die Entwicklung des Luftverkehrs in den jeweils kommenden beiden Jahrzehnten mit ihrem 2022 Commercial Market Outlook (CMO) vorhersagen. Im letzten CMO hatten sie vorausgesagt, dass die weltweite Flotte von Passagierflugzeugen im Jahr 2039 auf 47.080 Einheiten angewachsen sein wird. Im Jahr 2019, kurz vor der Pandemie, umfasste die globale Airlines-Flotte 25.900 Flugzeuge.

Ihssane Mounir, der Senior Vice President of Commercial Sales and Marketing bei Boeing, sagte bei der Vorstellung des 2022 CMO: „Trotz der Herausforderungen der letzten beiden Jahre hat sich an den Triebkräften der Luftverkehrsnachfrage wenig geändert. Die kommerzielle Luftfahrtindustrie bleibt effizient, belastbar und ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt.“

Russland-Sanktionen beeinflussen die Prognose

Im Jahr 2021 hatten die Marktforscher ihre Schätzungen nach unten korrigiert und waren von 43.500 Auslieferungen neuer Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren ausgegangen. Sie begründen die Differenz zwischen diesen 43.500 und den aktuellen 41.170 Auslieferungen vor allem damit, dass die Lieferungen an Russland in den nächsten 20 Jahren nicht berücksichtigt wurden, was insgesamt 1.500 Flugzeuge ausmacht.

Für den Zeitraum 2022-2041 rechnet Boeing mit einem jährlichen Wachstum der weltweiten Flugzeugflotte von 2,8 Prozent. Sie würde von 25.900 Flugzeugen im Jahr 2019 auf 35.400 im Jahr 2031 und 47.080 im Jahr 2041 anwachsen. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 80 Prozent in 20 Jahren, der von einem prognostizierten Wachstum des weltweiten Passagieraufkommens von 3,8 Prozent pro Jahr getragen wird.

Zwischen 2022 und 2041 werden sich die 41.170 Auslieferungen neuer Flugzeuge in 30.880 (oder in relativen Zahlen ausgedrückt: zu 75 Prozent) Single-Aisle-Flugzeuge, 7.230 (18 Prozent) Großraumflugzeuge, 2.120 (5 Prozent) Regionaljets und 940 (2 Prozent) Frachtflugzeuge aufteilen.

Boeing sieht auch eine weitere regionale Verlagerung der Auslieferungen in den nächsten beiden Dekaden: Bis 2041 werden etwa 42 Prozent der neu ausgelieferten Flugzeuge an Fluggesellschaften mit Sitz im asiatisch-pazifischen Raum gehen. 44 Prozent werden an Fluggesellschaften in Europa und Nordamerika ausgeliefert, der Rest in den Nahen Osten, Lateinamerika und Afrika. Mehr als die Hälfte der Lieferungen entfällt auf den Ersatz der bestehende Flotte. 19.590 Flugzeuge werden die Kunden kaufen, um das Verkehrswachstum zu unterstützen. Aber neue Technologien werden die älteren Flugzeuge verstärkt aus dem aktiven Dienst drängen: Die Boeing-Forscher prognostizieren, dass nur noch 3.240 Flugzeuge im Jahr 2041 im Dienst stehen, die bereits 2019 im Einsatz waren.

Gil Roy

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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