Dass die Lufthansa CityLine zum Ende dieses Jahres ihren Flugbetrieb einstellen würde war seit Sommer 2024 klar. Seitdem streiten sich das Management und die Gewerkschaften um einen Sozialplan. Nun hat die Lufthansa ihrer Regionaltochter schon früher als erwartet den Stecker gezogen: Sie gab bekannt, dass im Rahmen einer vorgezogenen Unternehmensstrategie ab dem 18. April 2026 „zunächst die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa CityLine endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren. Die Flugzeuge vom Typ Canadair CRJ stehen kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und haben vergleichsweise hohe Betriebskosten.“
Diese – und weitere Maßnahmen – seien aufgrund gestiegener Kerosinkosten und Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen notwendig. Das fliegende Personal der Lufthansa hat in diesem Jahr bereits fünf Streiks durchgeführt, die letzten in dieser Woche, in der die Lufthansa mit einem Festakt in Frankfurt den 100. Tag der Gründung ihrer Vorgängergesellschaft „Deutsche Luft Hansa“ gefeiert hat.
Dieser Airbus A319 mit dem Kennzeichen D-ABGH war das erste Flugzeug in den Farben der Lufthansa-Tochter Lufthansa City Airlines. © Lufthansa
Die Flüge der Lufthansa CityLine werden teilweise von der im Juni 2023 gegründeten Lufthansa City Airlines übernommen. Die City Airlines hatte im Sommer 2024 ihren Flugbetrieb aufgenommen.
Die Boeing 747 müssen 2027 gehen
Zum Ende des Sommerflugplans gibt es auch Kapazitätsreduzierungen auf der Langstrecke: Die letzten vier A340-600 sowie zwei Boeing 747-400 werden die Flotte verlassen. 2027 wird die Lufthansa sich final vom Jumbo Jet verabschieden.
Till Streichert, der Finanzvorstand und Chief Financial Officer der Lufthansa Group, sagte „Das Paket zur beschleunigten Umsetzung von Flotten- und Kapazitätsmaßnahmen ist angesichts der stark gestiegenen Kerosinkosten und der geopolitischen Instabilität unumgänglich. Ziel ist es, unsere Kurz- und Mittelstreckenplattformen klarer zu fokussieren und wettbewerbsfähiger aufzustellen. Hierbei hatten wir die perspektivische Herausnahme der CityLine aus unserem Programm bereits unabhängig von der aktuellen geopolitischen Krise seit längerem als Teil unserer strategischen Weiterentwicklung gesehen. Die aktuelle Krise zwingt uns diese Maßnahme nun früher umzusetzen. Das ist insbesondere mit Blick auf die Kolleginnen und Kollegen von Lufthansa CityLine ein schmerzhafter Schritt. Umso wichtiger ist es nun, Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten im Konzern zu finden.“
Parallel dazu sollen auch weitere Kosten in der Verwaltung gespart werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen konzernweit 4.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung bis 2030 entfallen.
Volker K. Thomalla
Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!
Folgen Sie uns auf Bluesky
Liken Sie uns auf Facebook
Schon gelesen?
Streiks des fliegenden Personals verderben der Lufthansa die 100-Jahr-Feier
Vereinigung Cockpit ruft Lufthansa-Piloten erneut zum Streik auf