Homepage » Luftverkehr » UPS modernisiert die Cockpits seiner A300-600-Flotte

Die Expressfrachtfluglinie UPS Airlines lässt ihre komplette A300-600-Flotte mit modernen Cockpits ausrüsten. Das erste Exemplar mit dem neuen Honeywell-Cockpit ist nach seinem Umbau in Europa und der Zulassung wieder bei UPS in den USA eingetroffen.

9.02.2021

UPS Airlines lässt ihre 52 Flugzeuge umfassende Airbus A300-Flotte mit neuen Cockpits von Honeywell ausrüsten. © UPS Airlines

Die UPS Airlines betreibt eine Flotte von 52 Airbus A300-600-Frachtern, die zwischen 2000 und 2006 als Neuflugzeuge geliefert worden sind. Die Flugzeuge haben keine hohen Flugstundenzahlen gesammelt, und auch die Zahl der Cycles hält sich in Grenzen. Allerdings entspricht die Avionik der Widebody-Frachter heute nicht mehr dem Stand der Dinge. Die Speicherkapazität des Flight Management Computers (FMC) beträgt beispielsweise gerade einmal 200 kB, was seinerzeit eine große Speicherkapazität war. Heute reicht diese Kapazität nicht mehr, um beispielsweise alle An- und Abflugrouten von den Flughäfen in Nordamerika zu speichern. Das beeinträchtigt die Einsatzflexibilität der Flugzeuge, da sie nur innerhalb einer bestimmten Region in Nordamerika, die gerade geladen ist, fliegen können. Das Laden der Daten für eine andere Region nimmt mit Tests bis zu 45 Minuten in Anspruch.

Das Projekt gibt es seit 2017

Deswegen hatte sich UPS Airlines schon 2017 mit Honeywell zusammengesetzt, um eine Strategie für eine Cockpit-Modernisierung der A300-Frachter zu definieren. 2019 wurde das erste Flugzeug in Toulouse umgebaut, im September 2019 begann die Flugerprobung des modernisierten Flugzeugs. In dieser Woche traf der erste modifizierte A300-600F mit neuem Cockpit und frischer EASA- und FAA-Zulassung wieder bei UPS in den USA ein.

Anfang Februar 2021 wurde der erste Airbus A300-600 von UPS Airlines nach seinem Umbau wieder an den Betreiber übergeben. © UPS Airlines

Die neue Instrumentierung der UPS-Frachter basiert auf dem Avionikpaket Honeywell Primus Epic und umfasst neben neuen Farbdisplays auch ein neues Flight Management System (FMS), ein neues Wetterradar mit Windscherungs-Warnungen, TCAS, neue GPS-Empfänger, neue Transponder, ein neues Gelände-Annäherungswarnsystem (EGPWS) und ein neues ACARS-Datenübertragungssystem.

Mit dem neuen Cockpit können die A300-600 bis mindestens 2035 fliegen, schätzt UPS. Für den Umbau des Cockpits muss jedes Flugzeug rund drei Wochen in die Werft. Das Frachtflugunternehmen will zwei verschiedene Anbieter für die Cockpit-Umbauten nutzen. Ab Mai dieses Jahres startet das Umbauprogramm. Bis Ende 2022 sollen alle Airbus A300-600F des Carriers mit dem modernen Cockpit ausgerüstet sein.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

2 Kommentare

  • Täuscht der Eindruck, oder hat dieses Airbus-Cockpit statt des Sidesticks jetzt ein Steuerhorn? Und wenn das der Fall ist, gibt es dann auch endlich bei Airbus eine aktive Steuerung, also eine Rückmeldung von den Ruderkräften?

  • Lehmann

    1. A300-600 hatte nie einen Sidestick
    2. Auch bei diesem Steuerhorn (wie bei allen mech.-hydr. steuerungs Systemen) ist die Rückmeldung nur simuliert und entspricht nicht den real auftretenden Kräften.

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